Wien. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft überprüft Geldwäsche-Vorwürfe im Zusammenhang mit der Raiffeisen Bank International (RBI). "Es ist eine Anzeige gegen unbekannte Täter eingegangen", sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag zur Nachrichteagentur Reuters. Die Behörde werde die Vorwürfe prüfen und dann entscheiden, ob eine Untersuchung eingeleitet werden soll, sagte sie.

Die Recherche-Plattform Addendum und "Profil" hatten zuvor berichtetet, dass die RBI in Unterlagen rund um Geldwäsche-Vorwürfe gegen die frühere litauische Bank Ukio Bankas genannt worden sei. Zurückzuführen sei dies auf Daten, die die Investigativjournalismus-Plattform "Organized Crime and Corruption Reporting Project" (OCCRP) erhalten habe und die von "Adddendum" und "Profil" analysiert wurden. Aus den Datensätzen gehe nicht hervor, welche konkreten Leistungen die RBI erbracht haben soll. "Addendum" verwies darauf, dass es sich auch um eine Tätigkeit als Korrespondenzbank handeln könnte.

Eine RBI-Sprecherin sagte, die Bank nehme die Anfragen ernst und analysiere die Sachverhalte. Über eine Strafanzeige habe die RBI keine Kenntnis. Die Aktien der RBI stürzten an der Wiener Börse am Dienstagvormittag zwischenzeitlich um mehr als 11 Prozent ab.

630 Millionen Dollar überwiesen

Dokumenten aus dem Zeitraum 2005 bis 2013 zufolge sollen mindestens 630 Millionen Dollar von Konten bei der Ukio auf Konten von Raiffeisen überwiesen worden sein, berichteten die Recherche-Plattform "Addendum" und das Magazin "Profil". Den Berichten zufolge habe der Investmentfonds Hermitage der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft einen Bericht mit Vorwürfen der Geldwäsche vorgelegt.

Nach Angaben der RBI war ein Teil der Vorwürfe bereits Gegenstand intensiver behördlicher Untersuchungen, "die bestätigt haben, dass diese Vorwürfe unbegründet sind". Weitere Details wollte die Sprecherin nicht nennen. Die litauische Bank war 2013 pleitegegangen. (apa, reuters)