Wien/Graz. (kle) Der Grazer Anlagenbauer Andritz will seine Aktionäre bei der Stange halten. Trotz eines Gewinnrückgangs um 15,6 Prozent auf 222 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll für 2018 eine unveränderte Dividende von 1,55 Euro pro Aktie gezahlt werden, wie das börsennotierte steirische Unternehmen am Mittwoch ankündigte.

Grund dafür, dass das Ergebnis schwächer ausfiel als im Jahr davor, waren Rückstellungen für geplante Restrukturierungen in der Geschäftssparte "Metals" - konkret im Teilbereich "Metals Forming", den im Wesentlichen die deutsche Konzerntochter Schuler repräsentiert. Schuler erwies sich 2018 als Sorgenkind, die Andritz-Tochter litt zum einen unter Verzögerungen bei Projekten in der Autoindustrie und zum anderen unter der sich abkühlenden Konjunktur in China.

Da Schuler sein Hauptgeschäft in China, den Großteil der Wertschöpfung allerdings in Deutschland erziele, ergebe sich ein Ungleichgewicht, das der Anpassung bedürfe, sagte Andritz-Chef Wolfgang Leitner in der Bilanzpressekonferenz in Wien. Daher werde man heuer bei Schuler Personal abbauen. Über das Ausmaß hielt sich Leitner jedoch bedeckt. Schuler beschäftigt derzeit rund 4200 Mitarbeiter.

Halbes Dutzend Akquisitionen

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Indes verzeichneten alle Konzernsparten, zu denen neben "Metals" auch "Pulp & Paper", "Hydro" und "Separation" gehören, eine höhere Kundennachfrage. 2018 sprang der Auftragseingang um fast ein Fünftel auf den neuen Rekordwert von 6,6 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg um 2,4 Prozent auf gut sechs Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnet Leitner mit einer weitgehend unveränderten Projekt- und Investitionstätigkeit in den vier Firmensparten. Mit Blick auf den hohen Auftragsstand von 7,1 Milliarden Euro (per Ende 2018) erwartet der Andritz-Boss für 2019 ein deutliches Umsatzplus und eine Erhöhung der Rentabilität.

Weitere Akquisitionen schließt Leitner dabei nicht aus. Sollte zugekauft werden, dann werde es jedoch nicht in dem Tempo wie 2018 sein. Im Vorjahr hat Andritz gleich sechs Unternehmen - mit insgesamt rund 3100 Mitarbeitern und einem kumulierten Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro - erworben. Wobei die größte Investition die Übernahme des US-Papiermaschinen-Zulieferers Xerium Technologies für 833 Millionen Dollar war.

Personalstand deutlich höher

Vor allem aufgrund der Zukäufe im Vorjahr wuchs die Mitarbeiterzahl im Gesamtkonzern um fast Prozent auf weltweit rund 29.100. In Österreich selbst werden rund 3800 Leute beschäftigt.

Zu den Akquisitionen erklärte Leitner, dass man erst dann richtig stolz sein könne, wenn es gelinge, die zugekauften Unternehmen innerhalb der jeweiligen Geschäftsbereiche auch weiterzuentwickeln. Deshalb werde der Fokus im heurigen Jahr auf die Integration der Neulinge in die Konzernstruktur gelegt.

Die Analysten der Baader Bank haben am Mittwoch sowohl ihr Kursziel von 55 Euro als auch ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Andritz-Aktie bestätigt. Dennoch fiel der Titel an der Wiener Börse im Handelsverlauf um 1,6 Prozent auf 43,90 Euro.