Wien/München/Brüssel. Die österreichischen Unternehmen konnten ihre Innovationskraft im vergangenen Jahr erneut steigern: Mit 2.292 Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) wurde der bisherige Höchststand von 2017 um 3,8 Prozent übertroffen, gab das EPA am Dienstag bekannt. Gewichtet nach der Bevölkerungszahl kommt Österreich mit 261 Patenten pro Million Einwohner auf Rang sieben in der EPA-Statistik.

In Summe wurden 2018 mehr als 174.000 Patente beim EPA angemeldet, um 4,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Davon kam knapp die Hälfte (47 Prozent) aus den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation (EPO). Die USA sind mit rund 44.000 Anmeldungen (plus 2,5 Prozent gegenüber 2017) weiterhin die führende Patentnation, gefolgt von Deutschland (27.000; plus 4,7 Prozent), Japan (23.000; plus 3,9 Prozent), Frankreich (10.000; minus 2,8 Prozent), China (9.000; plus 8,8 Prozent) und der Schweiz (8.000; plus 7,8 Prozent).

Anträge beim Europäischen Patentamt nach Unternehmen. - © APAWeb/APA Grafik
Anträge beim Europäischen Patentamt nach Unternehmen. - © APAWeb/APA Grafik

Österreich über EU-Schnitt

Gemessen an der Bevölkerungszahl führt die Schweiz mit 956 Patenten pro Million Einwohner vor den Niederlanden (416), Dänemark (411), Schweden (403), Deutschland (332) und Finnland (312). Mit 261 Patenten pro Million Einwohner folgt Österreich, das damit deutlich über dem EU-Schnitt (139) liegt.

In der Bundesländer-Wertung konnte Wien trotz eines Rückgangs von 2,4 Prozent seine Spitzenposition behaupten: Knapp jede vierte Patentanmeldung kam aus der Bundeshauptstadt. Auf den Plätzen folgen erneut Oberösterreich (minus 2,8 Prozent gegenüber 2017) und die Steiermark (minus 9,9 Prozent). Starke Zuwächse verzeichneten dagegen Tirol (plus 37,3 Prozent), Kärnten (plus 34,4 Prozent) und Niederösterreich (plus 28,4 Prozent).

Die führenden Regionen in Europa sind Bayern (rund 8.000 Patente, plus 8,8 Prozent gegenüber 2017), Ile-de-France (7.000; minus 4,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (5.000; plus 3,9 Prozent). "Westösterreich" kommt mit rund 1.000 Patenten (plus 4,4 Prozent) in der Regionenwertung auf Rang 18.

Bei den Unternehmen hat Siemens mit 2.493 Patentanmeldungen Huawei (2.485) um acht Treffer auf Platz zwei verdrängt. Es folgen Samsung (2.449), LG (2.376) und United Technologies (1.983). Unter den Top Ten befanden sich vier Firmen aus Europa, drei aus den USA, zwei aus Südkorea und eine aus China.

Borealis in Top-Position

Im österreichischen Unternehmens-Ranking lag Borealis, wie schon in den vergangenen Jahren, mit 171 unangefochten an der Spitze. Die ZKW Group meldete 117 Patente an, AMS 82, Tridonic 47 und Lenzing 40.

Nach Technologiefeldern erfolgten beim EPA die meisten Patentanmeldungen im Bereich Medizintechnik (rund 14.000), gefolgt von Digitaler Kommunikation und Computertechnologie (jeweils knapp 12.000).

EPA-Präsident Antonio Campinos sieht die Zunahme der Patentanmeldungen aus Europa positiv: "Sie belegt, dass sich Innovation in Europa auf ein konkurrenzfähiges und wirksames Patentsystem stützen kann." Österreich trage mit seinem Wachstum "maßgeblich zur Stärkung des Innovationsstandorts Europa bei", sagte er in einer Aussendung. (apa)