Wien. (kle/ag.) Bei der AUA wird der Gewinn auch heuer schrumpfen. Auf eine Zahlenprognose wollte sich der Chef der Lufthansa-Tochter, Alexis Hoensbroech, am Donnerstag in der Bilanzpressekonferenz jedoch nicht einlassen. Schon 2018 sank das Betriebsergebnis (Ebit) trotz neuen Passagierrekords gegenüber dem Jahr davor, und zwar um zehn Prozent auf 90 Millionen Euro. Grund dafür waren höhere Treibstoffkosten und der zunehmend härter werdende Preiskampf gegen Billigairlines, die sich am Flughafen Wien nach der Pleite von Air Berlin und Niki breitgemacht haben.

In den nächsten Jahren braucht die AUA neue Langstreckenflugzeuge. Dass die Entscheidung darüber nach wie vor ausständig ist, "liegt daran, dass unsere Rentabilität bisher nicht gut genug ist im Vergleich zu unseren Konzernschwestern", so Hoensbroech. Die AUA weist für 2018 eine operative Gewinnmarge von knapp vier Prozent aus. Um im Rennen für die Flieger zu sein, müsste diese aber etwa doppelt so hoch sein.

Und daran werde nun gearbeitet. 2019 sieht Hoensbroech deshalb als "Jahr des Umbaus". Um an Flughöhe zu gewinnen, hat die AUA zuletzt einen Strategiewechsel vollzogen. Der sieht neben dem Austausch der 18 kleinen Propeller-Maschinen gegen zehn größere Airbus A320 auch ein 30 Millionen Euro schweres Sparpaket vor, das zu zwei Dritteln die Personalkosten betreffen soll. Details zum bevorstehenden Stellenabbau ließ die AUA-Führung jedoch offen. Beschlüsse soll es im zweiten oder dritten Quartal geben.

- © M. Hirsch
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Lufthansa verdient weniger

Im Gesamtkonzern der Deutschen Lufthansa belief sich der operative Gewinn 2018 auf 2,97 Milliarden Euro. Dies war wie bei der AUA um rund zehn Prozent weniger als 2017. Zu den Gründen verwies Europas größter Luftfahrtkonzern auf hohe Spritkosten und teure Flugausfälle. Trotzdem ist geplant, eine unveränderte Dividende von 80 Cent je Aktie auszuschütten.

Heuer dürften die gestiegenen Kerosinpreise noch stärker auf das Ergebnis drücken. Trotz der Erwartung steigender Umsätze rechnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit einem eher rückläufigen operativen Gewinn.