Wien. (ede) Die österreichische Post eilt seit Jahren von Rekordergebnis zu Rekordergebnis, und auch 2018 legte der teilstaatliche Post- und Logistikdienstleister wieder zu. Bei einem Umsatz von 1,96 Milliarden Euro wurde im Vorjahr ein Betriebsergebnis von 210,9 (nach 207,8) Millionen Euro erzielt. Den Aktionären wird eine um 1,5 Prozent höhere Dividende von 2,08 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt, jeder Mitarbeiter erhält eine Ergebnisprämie von 889 Euro (plus 1,6 Prozent), gab Post-Chef Georg Pölzl am Donnerstag gut gelaunt bekannt.

Die Stimmung trübte sich jedoch etwas, als er auf die Affäre rund um Daten zur Parteiaffinität der Post-Kunden angesprochen wurde. Die Vorwürfe, die Post würde ihre Kunden bespitzeln, bezeichnete Pölzl als "Bullshit". Er betonte erneut, man habe keine individuellen Daten zur Parteizugehörigkeit erfasst, sondern nur Hochrechnungen angestellt. Die Post habe pragmatisch entschieden und alle Informationen zu Parteiaffinitäten aus ihren Datensätzen gelöscht.

Kunden, die wissen wollen, welche Informationen die Post über sie gespeichert hat, können ein Auskunftsbegehren im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) stellen. Bisher seien "unter zehntausend" derartiger Anfragen gestellt worden, so Pölzl.

Wie berichtet, übernimmt die Post den Großteil des Zustellgeschäfts der deutschen DHL in Österreich. Rund 220 DHL-Mitarbeiter, zehn Zustellbasen und drei Verteilzentren werden übernommen. Die Wettbewerbsbehörde muss den Deal noch prüfen.

Seit Oktober liefert der Online-Riese Amazon Pakete in Wien selbst aus, was sich bereits auf das Weihnachtsgeschäft der Post ausgewirkt hat. Die Pakete kommen von den großen europäischen Logistikzentren in das Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf (Niederösterreich), werden sortiert und dann von regionalen Lieferpartnern an die Kunden ausgeliefert.

DPD Austria will
stärker wachsen

Der Paketdienst DPD Austria teilte unterdessen mit, er wolle bis Jahresende die Zahl seiner Paketshops von 1400 auf rund 2000 erhöhen. Die Anzahl der Zustelltouren soll von 1200 auf 1400 gesteigert werden. Im Vorjahr wurden 50 Millionen Pakete befördert, so DPD. Für die Erweiterung werden 300 neue Mitarbeiter gesucht. Derzeit sind 1700 Personen bei DPD Austria beschäftigt.