Wien (ett) Money, Money von Abba dröhnt aus den Lautsprechern. Helfer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-DJP) teilen aus einer Schachtel rote Trillerpfeifen aus. Eine Schar Hunderter Betriebsräte hat sich Dienstagfrüh zur öffentlichen Betriebsversammlung unter freiem Himmel beim Wiener Schwarzenbergplatz eingefunden. Ihr Ziel, während sich mancher die kalten Hände reibt: eine "faire" Erhöhung der Gehälter für 73.000 Bankangestellte.

Wie in vielen Branchen stocken auch im Bankensektor die Kollektivvertragsverhandlungen. 2,3 bis 2,5 Prozent Erhöhung sind den Gewerkschaftern zu wenig. Vor der nächsten Runde am 26. März wird der Druck verstärkt. Ein Streikbeschluss liegt in der Schublade.

"Die Arbeitgeberseite hat sich warm anzuziehen", warnt eine Betriebsrätin. Der Wiener GPA-Geschäftsführer Mario Ferrari fordert vom kleinen mobilen Podium Ausgleich für Arbeitszeitverdichtung mit kürzerer Arbeitszeit und sechster Urlaubswoche.

Ärger wegen hoher Boni

Der Ärger regt sich wegen der hohen Boni für Bankmanager. "Warum können Manager maßlos schöpfen, und uns Mitarbeiter wollt ihr schröpfen", steht auf einem der Taferln, die die GPA vorbereitet hat.

Das ist eine der Stoßrichtungen des Protests - hohe Dividenden, keine ordentliche Gehaltserhöhungen. "Der Branche geht’s gut", sagt Ferrari. Und eine Betriebsrätin nimmt Bezug auf den Schülerstreik, der "Mut gemacht" habe, "wieder auf die Straße zu gehen."