Schwechat. Bei der Austro Control stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die Gewerkschaft hat Betriebsversammlungen bei der Austro Control in Schwechat und der Überflugkontrollstelle in Wien angesetzt. Es gab Verspätungen und Ausfälle. Insgesamt waren etwa 100 Abflüge und Ankünfte verspätet. 27 Flüge seien gänzlich gestrichen worden, teilte eine Flughafen-Sprecherin mit.

Bei der Austro Control selbst wurden die Betriebsversammlungen als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet. Sprecher Markus Pohanka verwies wie schon am Freitag auf einen "vorläufigen sehr guten Abschluss" der KV-Verhandlungen, der von Gewerkschaften auch schon unterschrieben worden sei. Zudem teilte er mit, dass bereits Gesprächstermine betreffend Reduktion der Belastung von Fluglotsen festgelegt worden seien. Die Versammlungen, die im Laufe des Vormittags zu Ende gingen, hätten "zu spürbaren Auswirkungen für Passagiere geführt". Dafür gebe es aus Unternehmenssicht kein Verständnis, so der Sprecher der Luftfahrtagentur.

Das "Kernproblem" in der Flugsicherung sei "zu wenig Personal", betonte Daniel Liebhart, Betriebsratsvorsitzender bei der Austro Control und Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida. Bei den Versammlungen am Montag sei der Auftrag ergangen, "sehr intensiv über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Belastungssituation" von Fluglotsen zu verhandeln, so Liebhart. Zu wenig Personal bezeichnete er als "europaweites Problem".

"Wir spielen nicht mit der Sicherheit", stellte der Betriebsratsvorsitzende außerdem klar. Nachsatz: "Auch dann nicht, wenn es Betriebsversammlungen gibt." Es würden stets "alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu 100 Prozent zu gewährleisten".

"Wir bitten die Verhandlungsparteien, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den Konflikt nicht auf dem Rücken unserer Kunden auszutragen", hatte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech in einer Aussendung der Airline wissen lassen. Die Flughafen Wien AG hatte neuerlich und "dringend" an alle Verantwortlichen appelliert, "nicht mit der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Luftfahrt zu spielen".

Die KV-Verhandlungen für Fluglotsen waren in der Nacht auf Montag ohne Einigung unterbrochen worden. Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft vida für den Wochenbeginn Betriebsversammlungen auf dem Flughafen Schwechat und in der Überflugkontrollstelle in Wien angekündigt. (apa)