Bankchef Gasselsberger will trotz allem aber auch heuer expandieren. - © apa/Techt
Bankchef Gasselsberger will trotz allem aber auch heuer expandieren. - © apa/Techt

Wien. (kle) "Aus heutiger Sicht gehe ich nicht davon aus, dass wir das Ergebnis von 2018 nochmals toppen können", sagt der Chef der börsennotierten Oberbank, Franz Gasselsberger, mit Blick auf heuer. Nach der Hochkonjunktur im Vorjahr rechnet er nun mit einem wirtschaftlich schwierigeren Umfeld: "Wir atmen als Bank mit unseren Kundenbranchen und werden uns daher diesen Entwicklungen nicht gänzlich entziehen können." Trotzdem sollte 2019 wieder ein "operatives Ergebnis auf hohem Niveau" erreichbar sein, so Gasselsberger am Montag in der Bilanzpressekonferenz.

Indes bescherte das abgelaufene Geschäftsjahr der Linzer Bank vor allem dank eines überdurchschnittlich starken Kreditwachstums von 7,6 Prozent, aber auch dank höherer Kundeneinlagen einen weiteren Rekordgewinn. Nach Steuern verdiente das Geldinstitut 225,6 Millionen Euro und damit um 12,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Dividende soll nun um 20 Cent auf 1,10 Euro je Aktie angehoben werden.

Höchststand bei Bilanzsumme

Die Zuwächse bei den Kundenkrediten und Kundeneinlagen ließen 2018 aber auch die Bilanzsumme auf einen neuen Höchststand steigen. Zum Jahresende lag sie mit gut 22,2 Milliarden Euro um 6,6 Prozent höher als zwölf Monate zuvor.

Punkten konnte die Oberbank auch bei der Kosten-Ertrags-Relation. Diese Kennzahl, die viel darüber aussagt, wie profitabel eine Bank ist, verbesserte sich im Vorjahr von 49,90 auf 48,92 Prozent. Für einen Euro Ertrag musste die Oberbank im Durchschnitt somit 48,92 Cent aufwenden.

In Österreich gilt sie damit als eines der profitabelsten Kreditinstitute. Zum Vergleich: Von den börsennotierten heimischen Banken hatte die Bawag zuletzt mit 44,2 Prozent das mit Abstand beste Kosten-Ertrags-Verhältnis, die Raiffeisen Bank International kam 2018 auf 57,5 Prozent, die Erste Group auf 60,5 Prozent.

Seit 150 Jahren im Geschäft

Laut Gasselsberger war 2018 für die Oberbank auch das "Jahr der beschleunigten Expansion": Elf neu eröffnete Filialen erhöhten die Zahl der Geschäftsstellen im In- und Ausland auf insgesamt 170. Je eine Filiale kam in Tschechien und Ungarn dazu, zwei Filialen in Wien und sieben in Deutschland (mit Fokus auf die Bundesländer Baden-Württemberg und Sachsen). Der durchschnittlich gewichtete Personalstand erhöhte sich dadurch von 2050 auf 2101 Mitarbeiter. Für heuer sind neun neue Filialen geplant - alle in Deutschland und da erneut vor allem in Baden-Württemberg.

"Wir sind sicher nicht überfilialisiert", betont Gasselsberger. Die Oberbank investiere "auch sehr viel" in Onlinebanking, für Wohnbaukredite und Vorsorgemöglichkeiten würden Kunden aber weiterhin das persönliche Gespräch in Filialen suchen.

Die Oberbank feiert heuer ihr 150-Jahr-Jubiläum. Mit der Bank für Tirol und Vorarlberg und der Kärntner BKS Bank bildet sie seit 1997 die Drei-Banken-Gruppe. An der Börse in Wien notiert das oberösterreichische Kreditinstitut seit mittlerweile 33 Jahren.