Wien/San Francisco. Digitale Vermietungsplattfomen und Finanzbehörden sind nicht die besten Freunde. Seiten wie Airbnb möchten naturgemäß möglichst viele Kunden als Hosts ansprechen und an den Vermietungen mittels Provision mitverdienen. Die nationalen Finanzbehörden haben wiederum ein Interesse daran, dass die Einnahmen aus diesen Vermietungen ordentlich versteuert werden. Wenn nun die Finanz Zugriff auf die Vermieterdaten haben möchte, ist das nicht ganz so gut fürs Geschäft, weil es nicht alle Nutzer so streng mit der Steuermoral halten. Der Hotellerie ist die Konkurrenz im Netz jedenfalls ein Dorn im Auge. Seit Jahren werfen Vertreter den Plattformen unfairen Wettbewerb vor, weil Anbieter dort weniger Abgaben zahlen würden.

Meldepflicht für Vermieter

Wie berichtet, plant die österreichische Regierung ab 2020 eine Meldepflicht für digitale Vermietungsplattformen sowie eine Registrierungspflicht für Vermieter. Konkret sollen die Namen und Umsätze der Hosts an die Behörden weitergegeben werden. Grundlage dafür ist eine EU-Richtlinie, wonach Buchungsplattformen alle Buchungen und Umsätze den Behörden bekanntgeben müssen. Am entsprechenden Gesetz wird derzeit gearbeitet.

"Airbnb begrüßt die Forderungen der Bundesministerin Köstinger im neuen Aktionsplan nach einem bundeseinheitlichen, digitalen und kostenfreien Modell der Registrierung", heißt es von Seiten des Unternehmens dazu. Man sei überall auf der Welt mit Städten im Austausch und bemüht, eine faire Lösung zu finden.

Seit dem Start 2011 haben eigenen Angaben zufolge über zwei Millionen Menschen eine Unterkunft über die Plattform gebucht. Pro Jahr übernachten etwa 770.000 Gäste aus 187 Ländern via Airbnb in Österreich, heißt es aus dem Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus. Rund 17.000 Wohnungen können hierzulande temporär gemietet werden. Die Plattform ist weltweit die größte ihrer Art und steht immer wieder in den Schlagzeilen.

Umstrittene Auszahlungen

Zuletzt etwa in Frankreich, wegen einer umstrittenen Auszahlungsmöglichkeit, die in Österreich und vielen anderen EU-Staaten weiterhin möglich ist. Die Vermieter können eine sogenannte Payoneer Prepaid-Debitkarte anfordern, die in Gibraltar registriert ist. Für die Registrierung reicht dabei eine Passnummer, die Karte wird per Post zugeschickt. Die Mieteinnahme wird darauf gebucht, sie kann hierzulande verwendet werden.

Die französischen Behörden orteten Beihilfe zur Steuervermeidung, was zur Folge hatte, dass Airbnb diese Zahlungsart dort seit Ende 2017 nicht mehr anbieten darf. Weil die Beträge am französischen Fiskus vorbeigeschleust würden, so der Vorwurf.