Wien. Der Online-Riese Amazon wurde in Österreich unter anderem wegen unzulässiger Preiserhöhungen für die Mitgliedschaft bei Amazon Prime rechtskräftig verurteilt, das Unternehmen weigere sich aber, den zu viel bezahlten Betrag in Höhe von 40 Euro zurückzuzahlen, ärgert sich Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Bei der Arbeiterkammer hätten sich schon hunderte Konsumenten darüber beschwert.

Kunden, die sich wegen der Rückforderung bei Amazon meldeten, sei im Antwortschreiben mit Hinweis auf einen erweiterten Leistungsumfang mitgeteilt worden, dass die Preiserhöhung rechtlich zulässig sei und Kunden, denen das nicht passe, die Prime Mitgliedschaft jederzeit kündigen könnten, moniert Anderl. "Es kann nicht sein, dass Amazon österreichische Gerichtsurteile missachtet. Die Rechtsordnung gilt auch für internationale Konzerne."

Die AK sammelt jetzt die Beschwerden und prüft weitere rechtliche Schritte. Betroffene können sich an den Konsumentenschutz der AK Wien wenden (ks@akwien.at).

Die Arbeiterkammer hatte Amazon wegen insgesamt zehn unzulässiger Klauseln und zwei unrechtmäßiger Geschäftspraktiken geklagt und sowohl vom Handelsgericht Wien als auch letztlich vom Oberlandesgericht Wien Recht bekommen. Die Urteile sind rechtskräftig.