- © M. Hirsch
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Wien. (mad) Noch zeigt sich die von den Ökonominnen und Ökonomen beobachtete Konjunkturabschwächung am österreichischen Arbeitsmarkt nicht. Die Anzahl Arbeitsloser und Personen in Schulungen ging nicht nur im Vergleich zum Februar frühlingsbedingt von rund 410.000 Personen auf 369.000 zurück. Auch gegenüber Ende März 2018 gab es einen deutlichen Rückgang um rund 29.500 Personen. Das ist ein Minus von 7,4 Prozent.

Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), beobachtete bei den arbeitslos Vorgemerkten im Baubereich einen besonders starken Rückgang von 21,9 Prozent. Im Tourismus gab es zwar auch ein Minus, allerdings ein kleineres von zwei Prozent gegenüber dem Monat im Vorjahr.

Bau als Arbeitsmarktmotor

Beides lasse sich mit der zeitlichen Lage der Osterferien gut erklären, sagt Kopf: "Während der Wintertourismus im Vorjahr zum Zeitpunkt des Märzstichtages, am Ostersamstag, noch Hochsaison hatte, war der Bau noch nicht richtig angelaufen. Viele Baustellen sperrten 2018 wetterbedingt erst nach Ostern auf."

Die branchenbedingten Unterschiede sind auch für jene zwischen Männern und Frauen hauptverantwortlich. Unter Männern waren Ende März 11,3 Prozent weniger Personen arbeitslos oder in Schulung als im Vorjahr, unter Frauen dagegen um 2,3 Prozent weniger.

Kopf freut sich allerdings darüber, dass mehr Arbeit am Bau auch mehr Arbeit für niedrig qualifizierte Hilfskräfte bedeutet: Unter jenen mit maximal Pflichtschulausbildung sanken Arbeitslosigkeit und Personen in Schulung um 7,2 Prozent. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe mit 22,8 Prozent deutlich höher als die durchschnittliche von 7,7 Prozent ist. Bei jenen mit Uni- oder Fachhochschulabschluss liegt sie bei 3,3 Prozent.