Wien. (apa/kle) Der Wohnbau war 2018 laut Nationalbank (OeNB) Treiber für das Kreditwachstum sowohl bei Privatkunden als auch bei Unternehmen. Indes gab es für Firmen bei sehr hohen Einlagen vereinzelt erstmals negative Zinsen in Österreich. Für private Haushalte seien negative Zinsen allerdings nicht möglich, betonte OeNB-Statistikchef Johannes Turner am Donnerstag.

Das Kreditvolumen von Nicht-Banken stieg 2018 gegenüber dem Jahr davor um 5,3 Prozent auf rund 357 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür war laut Turner vor allem die hohe Wohnbautätigkeit. Dabei wuchsen die Unternehmenskredite um 6,8 Prozent auf einen neuen Höchststand von 153 Milliarden Euro. Grundstücks- und Wohnungswesen beziehungsweise die Baubranche waren für ein Wachstum des Kreditvolumens um acht Prozent respektive einen Nettozuwachs um 5,4 Milliarden Euro verantwortlich.

Die privaten Wohnbaukredite stiegen 2018 um 4,8 Prozent. Mit einem aushaftenden Gesamtvolumen von rund 111 Milliarden Euro machten sie damit mehr als zwei Drittel des Privatkreditvolumens aus. Zum Vergleich: Im Euroraum waren es 76 Prozent. Vonseiten der Finanzmarktstabilität sieht die OeNB derzeit keine Risiken bei Immobilien.

Die privaten Konsumkredite stiegen 2018 nur leicht um 0,5 Prozent. Das Wachstum fiel damit deutlich geringer aus als im Euroraum-Durchschnitt (plus 6,7 Prozent). Für Österreich sprach Turner von einem gesunden Wachstum, eine exorbitante Verschuldung gebe es nicht.

Die Einlagen stiegen im Vorjahr trotz niedriger Zinsen weiter, das klassische Sparbuch verliert aber weiter an Attraktivität. Insgesamt wuchsen die Einlagen um 4,8 Prozent. Der Trend geht zu Online-Produkten und täglich fälligen Einlagen. Die Spareinlagen erreichten per Jahresende 2018 mit rund 140 Milliarden Euro den geringsten Wert seit 2007.

Trend geht zu Online-Banking

Abgewickelt werden die Bankgeschäfte in Österreich zunehmend digital. Der Trend gehe zu Online-Produkten, auch von klassischen Banken, so Turner. Aber auch wenn der Anteil der elektronisch initiierten Überweisungen steigt: Bargeld hat für Herrn und Frau Österreicher weiter einen hohen Stellenwert. Ende 2018 lagen die Bargeldbestände der Haushalte bei 24 Milliarden Euro, 2008 waren es 15 Milliarden.