Wien. Im ersten Quartal sind 2500 Privatinsolvenzen verzeichnet worden, das sind um 280 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit lösen die erleichterten Möglichkeiten zur Entschuldung laut AKV weiterhin einen "Run" auf die Privatkonkursgerichte aus, teilte der Gläubigerschutzverband am Dienstag mit.

Seit Einführung der neuen Privatkonkursregeln am 1. November 2017 gingen bis 31. März 2019 knapp 14.100 Schuldner in den Privatkonkurs. Das waren pro Tag durchschnittlich 828 Menschen.

Vergleicht man das erste Quartal heuer mit dem letzten aussagekräftigen Kalenderjahr 2016 - damals ist laut Diktion der Gläubigerschützer noch nicht auf die neuen Regeln zugewartet worden -, gibt es derzeit um ein Fünftel mehr Privatinsolvenzen. Gegenüber dem Rekordjahr 2018 ist eine Abnahme von knapp einem Zehntel gegeben.

Rund 40 Prozent der Privatinsolvenzen betreffen laut AKV ehemalige Unternehmer. Sie sind für den hohen Anstieg der Passiva und der Durchschnittsverschuldung verantwortlich. Diese belief sich im ersten Quartal auf 160.200 Euro (2018: 139.400; 2016: 107.600). Die gesamten Privatschulden beliefen sich auf knapp 324 Millionen Euro. Die meisten Schuldner im ersten heurigen Vierteljahr waren zwischen 40 und 59 Jahre alt. (apa)