Die Suche nach einem Finanzpartner war zuletzt Chefsache - im Bild Post-Generaldirektor Georg Pölzl. - © APAweb/Roland Schlager
Die Suche nach einem Finanzpartner war zuletzt Chefsache - im Bild Post-Generaldirektor Georg Pölzl. - © APAweb/Roland Schlager

Wien/Graz. Post-Generaldirektor Georg Pölzl sieht für die angekündigte Kooperation mit der Grazer Wechselseitigen (Grawe) als Finanzpartner einen Kapitalbedarf "in der Größenordnung von 70 bis 80 Millionen" in der Startphase. "Das wird sich rentieren, indem wir viele Kunden gewinnen werden, vor allem durch die flächendeckende Versorgung", sagte Pölzl am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal".

"Im ländlichen Raum wird ja Finanzdienstleistung immer weiter ausgedünnt", sagte Pölzl. "Wir streben an, ein spannendes, auch digitales Angebot, ergänzt mit einem flächendeckenden Filialnetz, anzubieten."

Wie der Finanzbedarf dann nach dem Start wirklich aussehen werde, "hängt sehr stark auch davon ab, wie schnell uns Kundengewinnung in welchem Ausmaß gelingt und wie sich das Bankgeschäft entwickelt".

Wettbewerbsvorteile für die Post sieht Pölzl "sicherlich auf der Kostenseite, weil wir zu sehr günstigen Bedingungen ein flächendeckendes Filialnetz und Finanzdienstleistungen anbieten können. Ich glaube, das ist unser Hauptvorteil".

Die Post übernimmt von der Grawe 80 Prozent der Spezialbank Brüll Kallmus. Das bisherige Angebot der Brüll Kallmus, etwa mit Anleiheemissionen auf dem Kapitalmarkt, "werden wir in dieser Form nicht aufrecht erhalten", sagte Pölzl. "Wir zielen hier auf Überweisungsfähigkeit, auf Konten und auf Finanzprodukte, die wir mit Partnern anbieten werden. Also wir streben nicht an, dieses Angebot selbst auch zu produzieren, sondern werden uns hier auf verschiedene Partner stützen, und das Interesse dafür ist sehr, sehr groß."