Wien. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat im Ermittlungsverfahren gegen den US-Online-Händler Amazon nun eine Marktbefragung gestartet. "Es wurden mehrere 100 Auskunftsverlangen an die umsatzstärksten Händler durch die BWB ausgesandt", hieß es am Dienstag.

"Die Ermittlungen der BWB gehen zügig voran. Nach Auswertung der Marktbefragung und Gesprächen mit Amazon wird eine erste Einschätzung der Sachlage möglich sein", sagte BWB-Generaldirektor Theodor Thanner.

Die BWB eröffnete Mitte Februar ein Ermittlungsverfahren gegen Amazon. Die Wettbewerbshüter reagierten damit auf zahlreiche Beschwerden österreichischer Händler, die vom Handelsverband im Dezember 2018 eingereicht worden waren. In den Beschwerden war die Rede von unbegründeten und plötzlichen Sperren von Händlerkonten und von der Verpflichtung, die Einkaufspreise offenzulegen. Zudem habe Amazon falsche Lieferangaben hinzugefügt und Produkt-Rankings seien ohne Begründung verlorengegangen.

Ergebnisse im Laufe des nächsten Monats 

Die BWB will mit dem aktuellen Auskunftsverlangen die Marktposition von Amazon feststellen. Außerdem sind die von Amazon gegenüber den Marktplatzhändlern gesetzten Praktiken im Fokus, wie etwa Kontosperren, Ausschluss vom Handel mit bestimmten Produkten beziehungsweise von Produktgruppen, Zustandekommen von Produkt-Rankings, Manipulation, betreffend Angaben zur Lieferzeit und Angaben zu Einkaufspreisen der Händler.

Die Wettbewerbshüter rechnen mit Ergebnissen der Marktbefragung im Laufe des nächsten Monats. Die derzeitigen Ermittlungen würden in engem Kontakt und Abstimmung mit dem deutschen Bundeskartellamt durchgeführt, hieß es am Dienstag. (apa)