Wien. (kle) Nach einer mehr als zweimonatigen Kursflaute hat die Immofinanz-Aktie am Donnerstag ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. In der Spitze stieg sie um 5,0 Prozent auf 22,995 Euro und war damit größter Gewinner im ATX, dem Wiener Börsen-Leitindex. Grund für den Kurssprung waren gute Geschäftszahlen für 2018, aber wohl auch die Ankündigung, dass die Dividende von 70 auf 85 Cent pro Aktie steigen und damit um 5 Cent höher sein soll als bisher avisiert.

Den Verlust des Jahres 2017, in dem der Verkauf des defizitären Russland-Portfolios ein Minus von 537 Millionen Euro zur Folge hatte, scheint die Immofinanz inzwischen gut verdaut zu haben. 2018 schaffte der Wiener Immobilienkonzern jedenfalls die Rückkehr in die schwarzen Zahlen: Unterm Strich stand ein Gewinn von 217,5 Millionen Euro.

Spezialisiert ist die Immofinanz auf Immobilien im Bereich Einzelhandel und Büro. Zuletzt umfasste ihr Portfolio 226 Objekte mit einem Buchwert von 4,3 Milliarden Euro. Die Kernmärkte des Konzerns sind neben Österreich und Deutschland Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Polen.

Zukäufe im Visier

Derzeit prüft die Immofinanz weitere Zukäufe im Retail- und im Bürobereich - konkret in Warschau, Prag und Budapest. Für Akquisitionen sieht sie sich finanziell gut aufgestellt, rund 630 Millionen Euro Cash sind verfügbar.

Unterdessen dauern die Gespräche zwischen der Immofinanz und der S-Immo rund um das Ausloten möglicher Synergien an. Man prüfe verschiedene Optionen - auch die Möglichkeit einer Fusion oder einer Übernahme, sagte der Chef der Immofinanz, Oliver Schumy, am Donnerstag in der Bilanzpressekonferenz. Ergänzend merkte er an, dass "Größe immer ein Vorteil eines Zusammengehens" sei. Das bringe Vorteile am Kapitalmarkt und bei der Finanzierung. So seien dann etwa auch höhere Kreditvolumina möglich - verbunden mit größeren Wachstumschancen.

Kapitalmäßig miteinander verflochten sind beide Unternehmen bereits. Die Immofinanz ist bei der S-Immo mit 29,14 Prozent größter Einzelaktionär, während die S-Immo an der Immofinanz rund 12 Prozent hält. An der Börse ist die Immofinanz aktuell mit 2,56 Milliarden Euro bewertet, die S-Immo mit 1,28 Milliarden.