Wien. Die österreichische Nahrungs- und Genussmittelhersteller wehren sich gegen Vorwürfe, sie würden massenhaft Käfigeier aus Ländern mit niedrigem Tierschutzstandard in ihren Produkten verarbeiten. "Unsere Betriebe setzen primär auf Eier aus Bodenhaltung und Freilandhaltung", betont Josef Domschitz vom zuständigen Branchenfachverband in der Wirtschaftskammer Österreich und verweist auf einen spontan  durchgeführten "Store-Check", demzufolge in österreichischen Verarbeitungserzeugnissen mit Ei-Anteil der "Käfigeier-Vorwurf" faktisch ausgeschlossen werden könne.

Eier aus Boden- und Freilandhaltung könnten nicht täglich zu 100 Prozent aus Österreich bezogen werden, ausländische Eier dieser beiden Kategorien würden qualitativ aber auch alle Anforderungen erfüllen, so Domschitz. Die Herkunft der in der Verarbeitung eingesetzten Eier ändere sich laufend, eine entsprechende Kennzeichnung würde zusätzliche Kosten verursachen. Außerdem seien Herkunftsangaben EU-weit bei vielen Lebensmitteln nicht verpflichtend vorgeschrieben.

"Anonyme Billigst-Eier"

Unter dem Titel "Stopp den versteckten Schummel-Eiern auf unseren Tellern"  hatte die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Steiermark, Maria Pein, in einer Aussendung moniert, Österreich importiere täglich 613.000 "anonyme Billigsteier, die überwiegend aus ausländischen Käfighaltungen stammen und in der Gastronomie, in Großküchen und Kantinen sowie in verarbeiteten Lebensmitteln landen." Und weiter: "Eine Absurdität - obwohl in Österreich und der EU Käfigeier längst verboten sind, kommen sie massenweise versteckt auf unsere Teller und wir finden sie auch in Lebensmitteln mit Eianteil wie Nudeln, Kuchen, Keksen und Co. in den Supermärkten."

Die Landwirtschaftskammer fordert daher einmal mehr eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln mit Eianteil sowie von Kantinenessen. Ein Einkaufs-Check habe ergeben, dass nur bei einem Produkt  die österreichische Herkunft und die alternative Haltungsform nachvollziehbar seien. In drei Vierteln der Produkte (75 Prozent oder 27 Produkte) seien internationale Käfigeier versteckt. In acht Produkten (22 Prozent) werde zwar eine alternative Haltung angegeben, jedoch mit internationaler Herkunft aller Herren Länder.

Marc Anton Uitz, Obmann der steirischen Geflügelhalter, empfiehlt den heimischen Legehennenhaltern, aktiv auf die Gastronomie und Hotellerie zuzugehen, um sie von heimischen Eiern aus alternativer Haltung zu überzeugen. Weiters drängt er öffentliche Kantinen, Mensen und Großküchen von Spitälern, Pflegeheimen, Schulen, Kindergärten sowie des Bundesheeres, heimische Eier zu verwenden. Uitz: "Als wichtiger Schritt ist ein österreichweit einheitlicher Ausschreibungstext notwendig, wonach die Lieferanten nur Eier anbieten dürfen, die den österreichischen Tierschutzstandards entsprechen."