Wien. (kle) In der 3-Banken-Gruppe herrscht momentan hochgradige Nervosität. Der Grund: Die zur Gruppe gehörenden Kreditinstitute - Oberbank, Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) und BKS Bank, allesamt börsennotiert - bangen um ihre seit Jahrzehnten wohlgehütete Eigenständigkeit. In diesem Zusammenhang sorgt namentlich die Bank Austria, die an jeder dieser drei Regionalbanken nicht unwesentlich beteiligt ist, für Aufregung.

Die Wiener Tochter des italienischen Finanzriesen Unicredit hat nämlich bei der Klagenfurter BKS Bank eine Sonderprüfung sämtlicher seit 1994 durchgeführten Kapitalerhöhungen beantragt. Darüber abgestimmt werden soll am 8. Mai in der Hauptversammlung des Kärntner Instituts. Die BKS Bank sieht darin einen "Angriff", der bei der 3-Banken-Gruppe die Zulässigkeit der wechselseitigen Teilnahme von Oberbank, BTV und BKS Bank an ihren Kapitalerhöhungen infrage stelle.

BTV: Aushebelungsversuch

Ähnlich äußert sich auch der Chef der BTV, Gerhard Burtscher. Wie er gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" und den "Vorarlberger Nachrichten" andeutete, versuche die Bank Austria, die wechselseitigen Beteiligungen und Stimmrechte der 3-Banken-Gruppe auszuhebeln - "um offenbar eine Stimmenmehrheit in der Gruppe zu erlangen". Burtscher vermutet nun, dass die Bank Austria auch in der BTV-Hauptversammlung am 16. Mai eine Sonderprüfung beantragen wird. Ob diese eine Mehrheit finde, sei aber fraglich.

Bei der Bank Austria versteht man die Aufregung nicht. In einem schriftlichen Statement heißt es: "Unicredit Bank Austria kontrolliert keine der 3-Banken und beabsichtigt auch nicht, eine solche Kontrolle zu erlangen, da dies nicht konsistent mit unserem aktuellen strategischen Plan wäre." In einem Nachsatz betont die Unicredit-Tochter: "Unsere Beteiligung an den 3-Banken ist nicht strategisch."

Warum die Bank Austria eine Sonderprüfung bei BKS Bank verlangt, hat sie in einem an BKS-Chefin Herta Stockbauer gerichteten sechsseitigen Schreiben vom 16. April dargelegt. So habe man "Kenntnis von Umständen enthalten, die aus unserer Rechtssicht und auf Basis der uns vorliegenden Informationen gegen die Corporate Governance und zwingendes Recht verstoßen. Wir sehen uns verpflichtet, diese Themen im Sinne der gesetzeskonformen Beteiligungsverwaltung als wesentlicher Aktionär der BKS Bank AG aufzuzeigen."

BKS: Rechtlich "nicht haltbar"

Wie die Bank Austria in dem Brief ausführt, sei die BKS Bank mittelbar über die Oberbank, die BTV und die "BKS 2000 Beteiligungsverwaltungsgesellschaft" sowie jeweils über die Generali 3 Banken Holding "an sich selbst beteiligt". Womit die "begründete Vermutung" bestehe, dass bei einer Kapitalerhöhung der BKS Bank der Zeichnungsbetrag zumindest teilweise von der BKS selbst geleistet worden sei. Ferner wird vermutet, dass die BKS Bank der Generali 3 Banken Holding Geldmittel zugeführt habe, damit sich diese an besagter Kapitalerhöhung überhaupt beteiligen konnte.

Laut BKS sind die Argumente juristisch "nicht haltbar". Die Unbedenklichkeit der wechselseitigen Beteiligungen innerhalb der Gruppe sei immer wieder von Rechtsexperten geprüft und zuletzt auch im Rahmen des Kapitalregimes "Basel III" erneut bestätigt worden.