Salzburg/Wien. Wegen der Generalsanierung der Start- und Landebahn ist der Flughafen Salzburg seit heute, Mittwoch, für die Dauer von fünf Wochen bis 28. Mai gesperrt. Der Flugverkehr wird in diesem Zeitraum mit Ausnahme von Rettungs- und Polizeihubschraubern eingestellt. Die Gesamtprojektkosten betragen zwischen 40 und 42 Millionen Euro.

Am 17. Mai soll die Bauphase abgeschlossen sein, die letzte Woche wurde als Reserve eingeplant. "Es wird weder an der Pistenausrichtung noch an der Länge oder Breite der Piste etwas geändert", sagt Flughafensprecher Alexander Klaus. Die 2850 Meter lange und 45 Meter breite Piste wurde Anfang der 1960er-Jahre errichtet. Ihre weitere Instandhaltung wäre mit hohen laufenden Kosten verbunden. Eine stückweise Sanierung hätte mehr als ein Jahr länger gedauert und wäre teurer gewesen. Deshalb habe man sich zu einer Generalsanierung entschlossen.

200 Bauarbeiter im Einsatz

Die Sanierung ist eine logistische Herausforderung. Rund 200 Bauarbeiter und 80 bis 100 Lkw stehen im Dauereinsatz. Mit den 115.000 Tonnen Asphalt, die auf die Piste aufgebracht werden, könnte eine 50 Kilometer lange und zehn Meter breite Straße mit einer zehn Zentimeter dicken Asphaltschicht überzogen werden, veranschaulicht der Flughafensprecher. "Die maximale Tagesleistung beträgt 8500 Tonnen Asphalt."

Die alte Start- und Landebahn wird nicht abgetragen. Die alte Betondecke bleibt als Unterbau für die neue Piste erhalten. Damit diese spannungsfrei ist und keine Risse an der Oberfläche verursacht, wird der alte Beton aufgebrochen. Ein großes Fallbeil erzeugt Sprünge in der Betondecke. Auf das Fundament werden insgesamt vier Schichten Beton und Asphalt aufgetragen. Mit dieser Variante spart sich der Flughafen etwa 4000 Lkw-Fuhren an Abraummaterial.

Die Arbeiten werden vorwiegend zwischen 6.00 und 22.00 Uhr durchgeführt. Aus Rücksicht gegenüber den Anrainern sollen in der Nacht nur wenig lärmintensive Arbeiten stattfinden. Falls länger anhaltendes schlechtes Wetter diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung macht und Verzögerungen verursacht, könnten die Bauarbeiten auch in die Nacht verlegt werden. Im Zuge der Arbeiten werden auch 185 Kilometer Kabeln verlegt und 1000 Unter- und Oberflurlichter auf LED umgetauscht.

Saniert werden neben der Piste auch die Anschlussbereiche an die Rollbahn. Außerdem wird die Sperre zur Erneuerung einzelner beschädigter Betonfelder am Flughafen-Vorfeld und für Instandhaltungsmaßnahmen im Flughafengebäude genutzt.

1600 Flugbewegungen entfallen

Durch die Flughafensperre entfallen in etwa 1600 Flugbewegungen (Starts und Landungen), wie Flughafensprecher Klaus erklärt. Diese Zahl errechne sich aus dem zu erwartenden Wert für 2019 und den herangezogenen Flugbewegungen aus den Jahren 2017 und 2018.

Zwei Drittel der Flughafenmitarbeiter nehmen in der Sanierungsphase zumindest zeitweise Urlaub, in diese Zeit fällt auch der Betriebsurlaub des Flughafens. Die Beschäftigten können auch Ausbildungs- und Fortbildungskurse besuchen.

Einige Fluglinien haben für ihre "Salzburg-Passagiere" wegen der Sperre eine Lösung parat. Die AUA etwa bietet verstärkt Reisemöglichkeiten mit dem Zug zwischen Salzburg Hauptbahnhof und dem Flughafen Wien an. Das bestehende Angebot in Kooperation mit den ÖBB – AIRail – wird bis eine Woche nach der Pistensperre von 3 auf bis zu 30 tägliche Zugverbindungen verzehnfacht, teilte die Airline am Mittwoch mit. Somit werde zwischen 5:00 und 20:30 Uhr jede Stunde ein Railjet mit einer Austrian-Airlines-Flugnummer zwischen Salzburg und Wien fahren.

Die AUA-Mutter Lufthansa wiederum bietet ihren Kunden ein Busshuttle viermal täglich zwischen Salzburg und München an. Die Turkish Airlines weichen mit ihren Flügen Salzburg-Istanbul auf den Flughafen Linz aus. (apa/kle)