Jetzt kann auch in heimischen Geschäften mit dem iPhone bezahlt werden. - © APAweb/dpa/Alex Heinl
Jetzt kann auch in heimischen Geschäften mit dem iPhone bezahlt werden. - © APAweb/dpa/Alex Heinl

Wien. Mittwochfrüh hat der amerikanische Smartphone-Hersteller Apple auch in Österreich seine Bezahlfunktion "Apple Pay" freigeschaltet. Kunden können damit in Geschäften mit dem iPhone oder der Apple-Watch bezahlen. Dafür muss eine Kreditkarte oder Bankomatkarte einer Bank auf dem Smartphone "hinterlegt" werden. Vom Start weg ein österreichischer Kooperationspartner ist die Erste Bank mit den Sparkassen.

Indes dürfte die Liste der teilnehmenden Banken bald länger werden. Die Bank
Austria als größte Bank im Land wird nach Angaben eines Sprechers im
Laufe des Jahres mit dem Dienst kommen. 

In Tschechien hat die Erste Group Apple Pay bei der Tochter Ceska Sporitelna schon im Februar eingeführt. Dort habe dies "sensationell eingeschlagen", erklärte der Erste-Vorstand. Auf Sicht sollen alle anderen mittel und osteuropäischen Länder im Erste-Bankennetzwerk folgen.

Apple-Bezahldienst  schon in gut einem Dutzend Ländern Europas

Bisher ist Apple mit seinem Bezahldienst in mehr als einem Dutzend Länder Europas aktiv. In Deutschland wurde 2018 gestartet. Dort ist unter etlichen anderen (darunter Deutsche Bank oder HVB) auch die Onlinebank N26 dabei. Mit der Österreich-Freischaltung des Apple-Dienstes am Mittwoch kam auch der Österreich-Ableger von N26 hinzu, allerdings nur mit Debitkarten.

Voraussetzung sind Kassen beziehungsweise Terminals in Geschäften, Restaurants, Taxis oder an Verkaufsautomaten, die für kontaktloses Bezahlen eingerichtet sind, sowie Apple-Geräte (Handy, Smartwatch, Tablet), die für biometrische Erkennungsverfahren ausgestattet sind. Die Zahlung selbst - mit einem einmaligen und spezifischen Sicherheitscode autorisiert - wird mittels Gesichtserkennung beziehungsweise Fingerprint bestätigt und abgeschlossen.

Laut Erste-Bank-Vorstand Thomas Schaufler können im Fall von Erster Bank und Sparkassen ihre Kunden "alle Karten hochladen, die sie haben - auch Zusatzkarten für Kinder. Wir schreiben da nichts vor". Das umfasst sowohl Kreditkarten (wie Visa, Mastercard) als auch Bankomatkarten (Maestro). In der Wallet könnten die Karten auch gewechselt werden: Indem etwa kleine Beträge mit Bankomatkarten, größere aber mit der (digitalen) Kreditkarte beglichen würden. Kartennummern werden weder auf dem Gerät noch auf den Apple-Servern gespeichert. Auch Geldbehebungen sind via Apple Pay an den Bankomatkassen machbar.

Österreich gilt als "Bargeldland". Trotzdem arbeiten alle Banken an mobilen Bezahldiensten. Von 65 Millionen Bezahltransaktionen im Jahr werden bei der Ersten 49 Millionen mit Bankomatkarten abgewickelt, davon zuletzt schon 70 Prozent kontaktlos. 40 Prozent der User der Erste-Onlinebankingplattform "George" haben Apple-Geräte. Von daher sei die Nachfrage nach Apple Pay besonders hoch gewesen, hieß es in einer Pressekonferenz. Die Erste fährt seit Mittwoch eine Werbekampagne für den neuen Bezahldienst.

Wieviel von den Kartengebühren an Apple abzuführen ist, bleibt Geschäftsgeheimnis. Andere neue Finanzdienstleistungen von Apple zu nutzen, ist in der Ersten kein Thema. Das sei überhaupt ein Mythos, meinte Erste-Group-Vorstand Peter Bosek. Dass Apple selbst irgendwann den Bankingsektor betritt, glaube er nicht.

Vor wenigen Wochen erst hat Apple indes eine Kreditkarte gemeinsam mit Goldman Sachs angekündigt. Aus Sicht des Handyherstellers schwingt die Erwartung mit, dass ein Wechsel des Smartphones umso schwerer fällt, je mehr Dienstleistungen darauf sind.

Alternativen für Anwender anderer Betriebssysteme (Samsung etc.) sind auch in der Ersten in Ausarbeitung, in Tschechien schon aktiviert. Sollte der dringende Kundenwunsch bestehen, würde man auch "Google Pay" anbieten. (apa/kle)