Wien. Die Aktien von Frequentis haben am Dienstag im Eröffnungshandel ihres ersten Handelstages mit negativer Tendenz notiert. Gegen 9.50 Uhr tendierten die Anteilsscheine des Kommunikationssystem-Anbieters 1,7 Prozent unter dem Ausgabepreis von 18,00 Euro bei 17,70 Euro. Der erste Börsenkurs lag mit 18,10 Euro über dem Platzierungspreis. Die Marktkapitalisierung stand damit bei 238,92 Millionen Euro.

Das im Jahr 1947 gegründete Wiener Unternehmen Frequentis hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Weltmarktführer bei Flugsicherungs-Kommunikationssystemen entwickelt. Heute, Dienstag, ging das Unternehmen an die Börsen in Wien und Frankfurt.

Mehrheitseigentümer bleibt die Familie Bardach, die bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption mit einem Anteil von rund 67 Prozent langfristiger Mehrheitsaktionär bleibt. Hannes Bardach wurde im Jahr 1983 technischer Geschäftsführung der Frequentis und übernahm dann 1986 im Rahmen eines Management-buy-out auch die Firmenanteile.

 Weltmarktführer bei Sprachkommunikation für Flugsicherung

Bardach machte aus der kleinen Firma ein weltweit tätiges Hightech-Unternehmen mit aktuell 1850 Mitarbeitern, davon rund 1000 am Firmensitz in Wien. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist Frequentis laut Eigenangaben Weltmarktführer bei Sprachkommunikationssystemen für die Flugsicherung.

Frequentis bietet auch Software- und Hardwarelösungen für Leitzentralen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Schifffahrt und Bahn an. Zu den Kunden gehören etwa die ÖBB und Austro Control. Der erste Flugsicherungsauftrag war 1955 für den Flughafen Wien-Schwechat erfolgt. In Deutschland versorgt Frequentis unter anderem auch die Deutsche Bundeswehr, die Deutsche Bahn und die deutsche Flugsicherung. Seit 2007 beliefern die Wiener auch die US-Raumfahrtbehörde NASA. 2010 folgte ein Auftrag der Küstenwache in Kanada.

Frequentis hatte 2018 den Umsatz von 267 auf 286 Millionen Euro und den Gewinn von 10,7 auf 11,8 Millionen Euro gesteigert. In Zukunft sollen zwischen 20 und 30 Prozent des Jahresüberschusses ausgeschüttet werden.

Der Börsengang von Frequentis an der Wiener Börse ist bereits der zweite in in diesem Jahr. Anfang Februar hatte die Biotech-Firma Marinomed ihren Börsenstart hingelegt. Angaben der Börse zufolge liegt der Streubesitz bei rund 25 Prozent. Am morgigen Mittwoch werden die Frequentis-Titel in den ATX prime, den ATX global players und den ATX family aufgenommen. Neben der Wiener Börse werden die Aktien auch an der Frankfurter Börse behandelt. (apa)