Wien. Über eine deutliche Steigerung an Beschwerden und Schlichtungsverfahren hat die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien berichtet. Demnach gab es im vergangenen Jahr 61 Prozent mehr Beanstandungen, was einen Rekord bedeute. Insgesamt hat die Agentur rund 1,2 Millionen Euro an Entschädigung für Reisende erstritten.

Die apf setzt sich für Reisende im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr ein. Im Rahmen außergerichtlicher Schlichtungsverfahren verhilft sie Passagieren kostenlos und provisionsfrei zu ihrem Recht. Die Agentur habe auch 2018 "wieder ihre Durchsetzungsstärke gezeigt", sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ).

 81 Prozent der Verfahren positiv abgeschlossen

Mit rund 1,1 Millionen Euro Entschädigung entfiel der größte Anteil auf den Flugbereich, gefolgt vom Bahnverkehr (50.700 Euro) und dem Busverkehr (knapp 2300 Euro). 81 Prozent der Verfahren wurden positiv abgeschlossen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 6248 schriftliche Beschwerden bei der apf eingebracht. Es wurden 3279 Verfahren abgeschlossen, ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zu 2017. Mit 2770 abgeschlossenen Verfahren (Anstieg von rund 61 Prozent zum Vorjahr) entfiel der Großteil auf den Flugverkehr, gefolgt vom Bahnverkehr mit 472 Verfahren und vom Busverkehr mit 37 Verfahren. Die durchschnittliche Dauer betrug rund 35 Tage.

Hauptgrund für geführte Verfahren im Flugverkehr war 2018 mit 49,5 Prozent die Annullierung, gefolgt von Verspätung mit 45,6 Prozent und Nichtbeförderung - zum Beispiel durch Flugüberbuchung - mit 4,5 Prozent. Mit 42 Prozent war der Hauptgrund der abgeschlossenen Verfahren im Bahnverkehr die Fahrpreiserstattung, gefolgt von Verspätungsentschädigung (für Ticketkosten) und Entschädigung (für andere Folgekosten) mit 28 Prozent. Auf Platz drei lagen mit elf Prozent Strafzahlungen beziehungsweise Inkassoforderungen.

Bei dem Pressetermin wurde auch auf Travel-Net hingewiesen, 2017 unter Mithilfe der apf in Berlin gegründet. Dieses habe die europäische Vernetzung von nationalen Stellen zur außergerichtlichen Streitbeilegung zum Ziel. "Besonders im internationalen Flugverkehr ist die Vernetzung durch Zusammenschlüsse wie Travel-Net für eine effiziente und effektive Verfahrensführung unumgänglich", sagte Maria-Theresia Röhsler, Leiterin der apf. (apa/kle)