Wien/Schwechat. Niki Laudas Sparsamkeit galt als legendär. Einer Anekdote zufolge wettete er als Formel-1-Fahrer nach dem WM-Titel mit Alain Prost, auf einer Promo-Tour keinen einzigen eigenen Dollar zu verbrauchen. Auch privat war er sparsam: "Ich kaufe mir einen Pullover oder eine Hose, wenn die alten Sachen kaputt oder so verwaschen sind, dass es einfach nicht mehr geht. Nur dann", sagte er einmal dem "Focus".

Nicht nur als Airline-Unternehmer hatte Lauda - getreu seinem Werbespruch für die Onlinebank ING-DiBa - "nichts zu verschenken". Wobei Lauda mehr Gründer als Betreiber war. Alle seine Fluglinien verkaufte er nach einigen Jahren: Die Lauda Air an den erbitterten Konkurrenten AUA, seine 2003 gegründete Airline Niki 2011 an Air Berlin, als diese noch Geld für Übernahmen hatte. Als es mit Air Berlin finanziell bergab ging, war Lauda bereits ausgestiegen. Laudamotion ging an Ryanair. Die Fäden im Hintergrund der Lauda-Deals zog dabei sein Anwalt Haig Asenbauer.

Sparen auch bei Mitarbeitern

Laudas Image als Sparfuchs bekamen auch seine Mitarbeiter zu spüren. Bei Niki waren Piloten, Flugbegleiter und Techniker jahrelang an eine Personalleasingfirma ausgelagert. Er sträubte sich auch gegen Betriebsrat und Kollektivvertrag. Als 2008 die Gewerkschaft versuchte, aus dem AUA-KV einen Branchenkollektivvertrag zu machen, sagte Lauda: "Das ist tiefster Ostblock."

Auch bei Laudamotion griff Lauda wieder zu Leiharbeitsverträgen. Als aber drohte, dass die Ex-Niki-Piloten Laudamotion in Richtung Eurowings und AUA verlassen, besserte Lauda kurzerhand die Pilotengehälter - um bis zu 1.000 Euro brutto im Monat - auf. Den "Signing"-Bonus von Eurowings von bis zu 18.000 Euro für die Unterschrift unter dem Dienstvertrag glich Laudamotion mit einem Treuebonus in gleicher Höhe aus.

Mitarbeiter, die Lauda schon seit den Lauda-Air-Zeiten die Treue halten, schätzten den "Spirit", der vom Ex-Rennfahrer ausging. Auch der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer (FPÖ), selbst einst Flugzeugtechniker bei Lauda Air, schwärmte einst über seinen ersten Chef: "Er ist eine Galionsfigur unseres Landes und hat Großes für Österreich geleistet."

Sein als Rennfahrer und Airliner verdientes Geld legte Lauda über seine Privatstiftung nicht nur in Fluglinien, sondern unter anderem auch in Immobilien an. 2017 kaufte er für 6,9 Mio. Euro die sagenumwobene "NSA-Villa" in Wien-Währing. Die Privatstiftung Lauda hat zudem bei Rene Benkos Immobilienimperium investiert. Die rund 47 Mio. Euro, mit denen Lauda 2018 Niki aus der Insolvenz zurückkaufte, stammten seinen Angaben zufolge zur Gänze aus seiner Privatstiftung. "Ich zahle das aus meiner Tasche", sagte Lauda den Zeitungen. Wenige Wochen später reichte er aber 75 Prozent für rund 50 Mio. Euro an Ryanair weiter, Ende des Jahres die restlichen Prozent auf 100.