Wien. (kle) Die FACC-Aktie ist am Mittwoch massiv unter Druck geraten. In der Spitze rutschte der Titel um 6,8 Prozent auf 12,55 Euro ab und war damit größter Verlierer im ATX, dem Leitindex der Wiener Börse. Offenbar hatte sich der Markt vom Ausblick des Managements für das laufende Geschäftsjahr mehr erwartet.

Zwar stellte der Chef des oberösterreichischen Flugzeugkomponentenherstellers, Robert Machtlinger, am Mittwoch für 2019/20 eine mit dem Branchenwachstum einhergehende Umsatzsteigerung in Aussicht. Doch operativ rechnet er mit keinem Sprung, so soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Hohe Abschreibungen

Im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende Februar) hatten Abschreibungen in Höhe von gut elf Millionen Euro das Ebit um mehr als 27 Prozent auf 43,6 Millionen Euro geschrumpft. Der Grund für diesen Abschreibungsbrocken: 2021 stellt Airbus, Großkunde von FACC, den Bau des A380 ein. Auch netto verdiente der in Ried im Innkreis ansässige Zulieferkonzern 2018/19 deutlich weniger - unterm Strich waren es 30,3 Millionen Euro (minus 18,1 Prozent).

Am mittelfristigen Ziel der Umsatzmilliarde hält Vorstandschef Machtlinger weiter fest. Allerdings soll dieses Ziel erst 2022 und damit um ein Jahr später als eigentlich geplant erreicht werden - ein Umstand, der am Mittwoch an der Börse offenbar ebenfalls für Enttäuschung sorgte. Machtlinger begründete die Verzögerung damit, dass "der Ratenanstieg bei einigen Flugzeugmustern etwas flacher verlaufen wird als noch vor einem Jahr prognostiziert".

Gleichzeitig hob er bei der Bilanzpressekonferenz in Wien jedoch hervor, dass die Auftragsrücklagen 2018/19 von 5,9 auf 6,5 Milliarden Euro zugelegt hätten. Und damit sei das Unternehmen für die nächsten sieben Jahre ausgelastet. Eine gute Nachricht auch für die Mitarbeiter des Konzerns, deren Zahl zuletzt weiter nach oben kletterte und bereits in Richtung 3500 ging.

Wie Machtlinger weiter sagte, wolle die FACC künftig schneller wachsen als der Markt. Vor diesem Hintergrund sollen nun unter anderem rund 30 Millionen Euro in ein neues Werk in Kroatien, nahe der Haupstadt Zagreb, investiert werden. Mit den Bauarbeiten soll noch heuer begonnen werden. Der Startschuss für den Betrieb der neuen Fabrik, die bis zu 600 Arbeitsplätze bieten wird, soll im April 2021 erfolgen.

Flugtaxi-Projekt

In Österreich sollen 2019/20 zirka 40 Millionen Euro investiert werden, nachdem bereits in den vergangenen beiden Geschäftsjahren je rund 35 Millionen Euro in zusätzliche Produktionskapazitäten, neue Technologien sowie Digitalisierung im operativen Bereich geflossen sind. Ausbauen will die FACC aber nicht nur ihre Produktion, sondern auch ihr Servicegeschäft. Im Markt für Wartung und Reparaturen sieht die Firma starkes Wachstumspotenzial. Zudem erhofft sie sich auch von ihrem Flugtaxi-Projekt Erfolge. In Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus China hat sie autonome Flugtaxis für den Personen- und Frachtverkehr entwickelt.