Wien/Ternitz. Beim Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) hat sich die globale Konjunkturabkühlung bisher nicht bemerkbar gemacht. Geschäftlich lief es für das börsennotierte Ternitzer Industrieunternehmen im ersten Jahresviertel jedenfalls besonders gut. Unterm Strich verdienten die Niederösterreicher mit 7,7 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Daneben verzeichneten sie auch beim Umsatz einen kräftigen Schub um knapp 29 Prozent auf 121,1 Millionen Euro.

Hatte SBO noch bis vor Kurzem fast ausschließlich vom nordamerikanischen Markt profitiert, erwies sich diesmal der internationale Markt als Treiber. Zusätzliches Geschäft habe der Konzern im ersten Quartal demnach vor allem außerhalb Nordamerikas generiert, berichtete Vorstandschef Gerald Grohmann am Donnerstag. Das US-Geschäft habe sich zuletzt abgeflacht, sei jedoch nach Jahren starken Wachstums weiterhin auf hohem Niveau.

Nachholbedarf in Ölbranche

Grohmann geht auch für den weiteren Jahresverlauf von anhaltend hoher Dynamik auf dem internationalen Markt aus. In den Krisenjahren 2014 bis 2017 hätten die Ölkonzerne ihre Investitionen in Exploration und Produktion (E&P) wegen des Ölpreisverfalls massiv gedrosselt. Wie Grohmann weiter erklärte, habe dies einen Nachholbedarf bewirkt, der schrittweise zur Aufnahme neuer E&P-Projekte führe und damit auch die Aktivitäten in der Ölfeldservice-Industrie belebe. Die E&P-Ausgaben der Ölkonzerne sieht der SBO-Chef im laufenden Jahr weltweit um zirka vier Prozent steigen - wobei dieser Anstieg mit einem Plus von sieben Prozent vom internationalen Markt kommen soll, während die E&P-Ausgaben in Nordamerika heuer um fünf Prozent zurückgefahren werden dürften.

Dass die Auftragseingänge bei SBO im ersten Quartal um knapp sechs Prozent auf 128,4 Millionen Euro stiegen und damit höher waren als der Umsatz, wertet Grohmann als "Zeichen für zukünftiges Wachstum". Der Auftragsstand belief sich per Ende März auf 107,3 Millionen Euro (zum Jahresultimo 2018 waren es 97,7 Millionen Euro gewesen). "Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt", kommentierte Grohmann.

Wilde Bocksprünge an Börse

An der Wiener Börse vollzog der Kurs der SBO-Aktie am Donnerstag wilde Bocksprünge. Im Frühhandel ging es zunächst in einem schwachen Börsenumfeld um bis zu 5,6 Prozent auf 71,00 Euro nach unten. Dann setzte eine Erholung ein, die den Kurs sukzessive in die Gewinnzone hievte und ihn bei 76,60 Euro ein Tageshoch markieren ließ, ehe er in der Folge wieder abtauchte. Im Regelfall korreliert die SBO-Aktie stark mit den Ölpreisen. Diese sind seit Mittwoch unter Druck - unter anderem deshalb, weil die US-Ölreserven in der vergangenen Woche kräftig gestiegen sind: auf den höchsten Stand seit Mitte 2017.