Um Betrugsabsichten frühzeitig zu erkennen, empfehlen Experten die Kombination unterschiedlicher Technologien und Prozesse. Diese können von einer im Hintergrund laufenden Nutzer-Authentifizierung, bis hin zur Automatisierung der manuellen Transaktionsprüfung reichen.

So kann etwa eine spezielle Software eingesetzt werden, die in der Lage ist, Anomalien wie gleiche Telefonnummern von unterschiedlichen Adressen oder auffallend viele verschiedene Bestellungen von nur einem Gerät herauszufiltern. Die Mehrheit der befragten Onlinehändler in der DACH-Region begnügt sich derzeit allerdings mit der manuellen Prüfung von Namen, Adressen und Bankdaten verdächtiger Transaktionen.

Anzeige mit hohem
Aufwand verbunden

In Österreich setzen 86 Prozent der Onlineshop-Betreiber auf diese Maßnahmen. "Die manuelle Überprüfung ist mit einem hohen zeitlichen und personellen Einsatz verbunden", gibt Crif-Experte Eder zu bedenken. "Mit wachsendem E-Commerce-Traffic ist jeder manuelle Schritt nicht nur eine Verlangsamung des Prozesses, sondern auch die Fehlerquote in der manuellen Überprüfung steigt." Es sei daher empfehlenswert, auch in der Betrugsvermeidung auf moderne Technologien zu setzen, die vollautomatisiert im Bestellprozess integriert sind, und alle Bestellungen mit "Kauf auf Rechnung" auf mögliche Betrugsmuster abgleichen. "Um Betrug proaktiv zu verhindern, setzen wir laufend auf die neuesten technologischen Möglichkeiten", so Eder weiter. "Zurzeit arbeiten wir an einem internationalen Machine Learning Project, um die Annahmequote bei gleichbleibendem Risiko zu erhöhen."

Man stehe dabei allerdings in einem ständigen Wettlauf mit jenen, "die versuchen neue Möglichkeiten für betrügerische Aktivitäten zu finden", räumt Eder ein. Besonders frustrierend ist, dass Online-Betrüger gute Chancen haben ungeschoren davon zu kommen. Im vergangenen Jahr betrug die Aufklärungsquote bei Cybercrime-Delikten in Österreich lediglich 37 Prozent.

Die geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Täter gefasst werden und der mit einer Anzeige verbundene hohe Aufwand, lassen Onlinehändler oft von einer Strafverfolgung absehen. Stattdessen werde ein gewisser Betrugsschaden als Teil des "normalen" Geschäftsrisikos einkalkuliert, beklagen Sicherheitsexperten.