Wien/St. Margarethen. Bei der börsenotierten burgenländischen Cleen Energy AG hat ein in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass der Firmenwert der Cleen Energy GmbH als übertragende Gesellschaft zur Verschmelzung auf die jetzige Cleen Energy AG im Jahr 2016 um 529.000 Euro zu hoch bewertet worden ist. Das Geld soll nun nachgefordert werden, teilte die Cleen Energy AG am Freitag mit. Das Unternehmen ist auf Energieeffizienzmaßnahmen spezialisiert.

Für die Aktionäre im Streubesitz würden sich keine Konsequenzen ergeben. Die Cleen Energy AG werde die entsprechenden Nachzahlungen auf das Nennkapital von den damaligen Gesellschaftern der Cleen Energy GmbH und heutigen Kernaktionären der Cleen Energy AG einfordern. Diese nehmen den nun im Gutachten festgestellten Firmenwert zur Kenntnis und haben das grundsätzliche Bekenntnis zur Nachzahlung abgegeben, heißt es in der Aussendung.

Anfang Mai hatte Cleen Energy mitgeteilt, dass Kernaktionär und Vorstand Lukas Scherzenlehner zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierung dem Unternehmen ein nachrangiges Darlehen von 750.000 Euro zur Verfügung stellen werde.

Die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) hat nach einer Bilanzprüfung den Firmenwert bezweifelt. Das Unternehmen musste deshalb die Veröffentlichung des Jahresabschlusses verschieben. Auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) leitete eine Prüfung ein. Die Firma gab zudem ein Firmenwert-Gutachten beim Berater EY in Auftrag.

Das nunmehr vorliegende Gutachten komme auf einen Firmenwert von 2,971 Millionen Euro, gab das Unternehmen bekannt. Die Cleen Energy AG werde darüber auch unverzüglich die FMA informieren. Die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichtes für das Geschäftsjahr 2018 soll nun am 31. Juli 2019 nachgeholt werden. Die ordentliche Hauptversammlung ist für den 30. August geplant.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat sich das operative Geschäft robust entwickelt: Der Umsatz sei im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 50 Prozent gesteigert worden. Für das zweite Halbjahr 2019 wird eine Fortsetzung des Wachstumstrends erwartet. (apa)