Wie viel Potenzial steckt in neuen Technologien?

Es sind diese radikalen, rasanten technologischen Fortschritte, die mich optimistisch stimmen. Natürlich bedarf es zusätzlicher politischer Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die Forschung in die richtige Richtung geht.

Können Sie die sogenannten Carbon- und Solar-Geoenegineering-Verfahren erklären?

Kurz und einfach: Bei Ersterem geht es darum, CO2 wieder aus der Atmosphäre herauszuholen. Bäume machen das seit jeher. Es auf industrielle Art und Weise zu machen, ist tatsächlich auch möglich, es kostet aber einiges. Das ist aber auch etwas, das mich sehr optimistisch stimmt: Die Kosten zeigen steil hinunter. Beim Solar-Geoengineering geht es darum, die Erde im Allgemeinen heller, also reflektierender zu machen, um mehr Sonnenstrahlen wieder ins Weltall zurückzusenden. Und dadurch zu versuchen, die Erde zu kühlen. Wir wissen, dass das vom Prinzip her funktionieren könnte, weil Vulkanausbrüche das Gleiche bewirken. Nach jetzigem Wissensstand wäre es aber viel zu riskant. Und eine Lösung für den Klimawandel ist es nicht. Es ist ein Schmerzmittel, das die Symptome lindert, aber kein Ersatz für Klimapolitik. Emissionen müssen wir so und so reduzieren.

Von Fachkollegen hört man oft: Für Optimismus ist es schon zu spät. Stimmt Sie dennoch etwas positiv?

Was mich am positivsten stimmt, um auf ihre erste Frage zurückzukommen, sind die tausenden jungen Menschen, die auf die Straße gehen und für eine intelligentere Klimapolitik protestieren.