Fast alle neuen Jobs entfallen auf Dienstleistungssektor

Auch das ist nicht sehr überraschend und folgt einem langfristigen Trend. Zudem waren und sind die Städte immer und überall Jobmotoren der jeweiligen Volkswirtschaften. Dennoch illustriert es eine gegenwärtige Problemstellung: Die weibliche Erwerbsbeteiligung war im ländlichen Raum stets niedriger als in den Städten. Das hat sich mittlerweile umgekehrt. Der Bezirk mit der höchsten Frauenerwerbsquote 2016 war Zwettl im Waldviertel mit 77,09 Prozent. Das wirft natürlich auch die Frage auf, wie im ländlichen Raum die Job-Nachfrage von immer mehr Frauen befriedigt werden kann.

Interessant ist auch, dass jenseits der 75-Prozent-Marke einige Umlandregionen von Städten liegen (Salzburg-Umgebung, Wels-Land, Krems-Land, Korneuburg, Graz-Umgebung), während die großen Städte selbst mittlerweile ganz unten zu finden sind. Wien, Graz und Innsbruck weisen jeweils eine Frauenerwerbsbeteiligung von unter 70 Prozent aus.

Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern lässt sich auch erkennen, wenn man sich ansieht, in welchen Sparten die Jobs geschaffen wurden. Ein Plus gab es zwar in allen Sektoren, also der Landwirtschaft, der Industrie sowie im Dienstleisttungssektor. Doch das Plus fiel in den ersten beiden Sektoren minimal aus.
88 Prozent aller neuen Arbeitsplätze waren dagegen Dienstleistungsjobs - bei Frauen waren es sogar 95 Prozent. Bei Männern waren es 78 Prozent, da diese im Bereich der Industrie nach wie vor mehr als drei Viertel aller Beschäftigten stellen. Der Anteil hat sich kaum verändert.

Betrachtet man den tertiären Sektor genauer, wird augenscheinlich, welch bedeutende Rolle der Staat bei der Schaffung neuer Jobs spielt, beziehungsweise zwischen 2012 und 2016 gespielt hat. In der Abgestimmten Erwerbsstatistik lassen sich die Unternehmen konkreten Sparten zuordnen. Dafür gibt es die "nationale Aktivitätsklassifikation ÖNACE" mit 21 übergeordneten Wirtschaftszweigen, etwa Bau, Handel, Beherbergung und Gastronomie, Herstellung von Waren und so weiter.

Drei dieser Sparten sind entweder zur Gänze oder großteils, direkt wie indirekt, der öffentlichen Hand zuzuordnen. Das ist natürlich primär die Sparte "Öffentliche Verwaltung (samt Sozialversicherung)". Darüber hinaus ist aber auch die Kategorie "Erziehung und Unterricht", in die das gesamte Lehrpersonal vom Kindergarten bis zur Hochschule hineinfällt, großteils dem staatlichen Sektor zuzurechnen. Großteils, da auch private Lerninstitute in diese Kategorie fallen. Der Anteil ist jedoch gering.