Eder ist bereits 41 Jahre für die Voestalpine tätig. 2021 soll er den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. - © apa/Punz
Eder ist bereits 41 Jahre für die Voestalpine tätig. 2021 soll er den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. - © apa/Punz

Wien/Linz. Chefwechsel beim Linzer Stahltechnologiekonzern Voestalpine: Nach mehr als 15 Jahren an der Führungsspitze übergibt Wolfgang Eder (67) am heutigen Mittwoch das Zepter an Herbert Eibensteiner (55), seinen Vorstandskollegen. Eder, der mit der Voestalpine in all diesen Jahren immer wieder große wirtschaftliche Erfolge eingefahren hat, bleibt jedoch weiterhin für das Unternehmen tätig. In der heutigen Jahres-Hauptversammlung wird der studierte Jurist in den Aufsichtsrat gewählt, dort soll er dann 2021 den Vorsitz übernehmen.

An Eibensteiner übergibt Eder einen Konzern, der nicht nur in Österreich, sondern auch in seiner Branche zu den Top-Unternehmen zählt. Vor allem in Eders Ära ist die Voestalpine stark gewachsen. Als der gebürtige Oberösterreicher mit 1. April 2004 zum Vorstandschef avancierte, hatte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 4,7 Milliarden Euro, heute ist dieser mit 13,6 Milliarden Euro fast dreimal so hoch. Gleichzeitig hat sich die Beschäftigung von rund 23.200 auf mehr als 51.900 Mitarbeiter mehr als verdoppelt, wobei der Konzern rund um den Erdball mittlerweile über etwa 500 Standorte verfügt.

Abkehr vom Massenstahl

Positiv haben sich auch die Ergebniszahlen entwickelt. Beim Amtsantritt Eders als CEO schrieb die Voestalpine einen Betriebsgewinn (Ebit) in der Höhe von 248,3 Millionen Euro, zuletzt - im eher mauen Geschäftsjahr 2018/19 - verdiente sie operativ mit 779,4 Millionen Euro mehr als dreimal so viel. Detail am Rande: Der bisherige Rekord beim Ebit, dem Gewinn vor Zinsen und Steuern, belief sich auf 1,18 Milliarden Euro und wurde im Geschäftsjahr 2017/18 erzielt.

Innerhalb ihrer Branche gilt die Voestalpine als eines der profitabelsten Unternehmen. Ihre Erfolge beruhen vor allem darauf, dass die bereits vor Eders Zeit als Chef getroffene strategische Entscheidung, statt mehr Stahl mehr aus Stahl zu produzieren, unter ihm konsequent umgesetzt wurde. Mit der Abkehr vom Massenstahl, der auf dem Weltmarkt immer wieder größeren Preisschwankungen unterworfen ist, hin zu einer Verlängerung der Wertschöpfungskette und zu hochpreisigeren Technologieprodukten für Kunden aus den Branchen Auto, Flugzeug, Bahn und Energie sind die Margen im Konzern deutlich gestiegen. Eder hat die Voestalpine damit auch für den Fall negativer Konjunkturphasen besser aufgestellt Selbst während der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009, die Eder zuletzt in einem APA-Interview als seine größte Herausforderung bezeichnete, rutschte das oberösterreichische Traditionsunternehmen nicht in die roten Zahlen.