Böhler war größte Akquisition

Unter Eder ist aber auch die Internationalisierung des Konzerns vorangetrieben worden. So wurden zum einen viele Produktionsstätten weltweit auf die grüne Wiese gestellt (dabei war das im Herbst 2016 in Betrieb genommene Eisenschwammwerk im US-Bundesstaat Texas mit zirka einer Milliarde Dollar die mit Abstand größte Investition). Zum anderen sind in Eders Ära als CEO immer wieder auch Firmen zugekauft worden. Der größte Coup war hier die rund vier Milliarden Euro schwere Übernahme des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm 2007, bei der die Voestalpine als Weißer Ritter auftrat, um den feindlichen Übernahmeversuch eines Hedgefonds abzuwehren.

In den Konzern eingetreten ist Eder 1978 als Experte für Gesellschaftsrecht. Aufgrund seiner juristischen Expertise war er 1995 maßgeblich am Börsengang der Voest-Alpine Stahl AG (so der damalige Name) beteiligt, ehe er wegen dieser Verdienste im Dezember des selben Jahres in den Vorstand einzog. Nach dem Unfalltod des langjährigen Generaldirektors Peter Strahammer rückte Franz Struzl im September 2001 an die operative Spitze. Eder wurde dessen Stellvertreter. Im Chefsessel selbst nahm er dann im Frühjahr 2004 Platz, nachdem Struzl über ein Insidergeschäft an der Börse gestolpert war.

Massive Umbrüche erlebt

Mittlerweile ist Eder also bereits seit 41 Jahren für die Voestalpine tätig. In dieser Zeit hat er mehrere massive Umbrüche miterlebt - etwa die politisch hochbrisanten Erdöl- und Waffenskandale "Intertrading" respektive "Noricum" in den 1980er Jahren und schließlich den Umbau von einem staatlichen Pleitebetrieb in ein börsennotiertes Unternehmen. Die Privatisierung der Voestalpine erfolgte indes - beginnend 1995 - in mehreren Teilschritten, abgeschlossen war sie zehn Jahre später. Dass der Staat 2005 endgültig draußen war, ließ Eder damals aufatmen. Offensichtlich hatte er zuvor regelmäßig schlechte Erfahrungen gemacht, wenn Politiker den Managern der Voestalpine ins Steuer griffen.

Polarisierend hat sich Eder in der Öffentlichkeit immer wieder mit Äußerungen zur Klimapolitik gezeigt. Dabei sprach er sich wiederholt - meist als Wortführer der Industriellenvereinigung - für eine moderate Umweltgesetzgebung aus und warnte vor zu ehrgeizigen CO2-Reduktionsmaßnahmen. Diese, so sein Argument, könnten die Industrie als Wohlstandsfaktor gefährden und der Wirtschaft in Österreich und Europa schaden, weil der Wettbewerb verzerrt wäre, wenn Länder wie die USA oder China nicht ähnliche Emissionsgrenzwerte hätten.