"Wettbewerb funktioniert"

Bei den Streckenkategorien entwickelten sich die Marktanteile der Mitbewerber unterschiedlich: Während sie im Jahr 2018 auf den meisten Streckenkategorien Zuwächse verzeichneten, waren diese im Ergänzungsnetz rückläufig und blieben im sonstigen Kernnetz stabil.

Die Marktanteile auf der Brennerachse sind nach einem Rückgang 2017 im Jahr 2018 wieder gestiegen. Auf der Westachse haben die Mitbewerber trotz insgesamt gleichbleibender Verkehrsleistung um knapp fünf Prozentpunkte signifikant zugelegt. Grund dafür ist der Eintritt neuer Mitbewerber. "Das zeigt, dass der Wettbewerb zwischen ÖBB und anderen Anbietern gut funktioniert", sagte Röhsler.

Die Schienen-Control kontrolliert als Regulierungsbehörde den freien Zugang zur Schiene zu angemessenen Preisen. Sie leitet auch Verfahren aufgrund von Beschwerden ein. Die Schienen-Control-Kommission befasste im Vorjahr im Rahmen mehrerer Verfahren mit dem Fahrkartenverkauf am Hauptbahnhof Wien, am Bahnhof Wien Praterstern und am Hauptbahnhof Linz. Beim Hauptbahnhof Wien wurde beispielsweise der Zugang zu einem Fahrkartenverkaufslokal angeordnet. Weitere Themen der Regulierungsarbeit waren unter anderem Konflikte bei der Zuweisung von Zugtrassen für den Fahrplan 2019 sowie die Prüfung von Entgelten für Containerterminals.

EuGH klärt komplexe Frage

Die Schienen-Control-Kommission hat auch ein Vorabentscheidungsersuchen an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) gestellt, betreffend die Zuordnung der Personenbahnsteige. Diese Entscheidung ist für heute, Mittwoch, angekündigt. Damit soll die Frage geklärt werden, ob die von Fahrgästen zum Ein- und Ausstieg verwendeten Personenbahnsteige wie bisher vom Stationsbetreiber festgesetzt der Serviceeinrichtung Personenbahnhof zuzurechnen sind oder dem Mindestzugangspaket, also der Zahlung für die Trasse. Im Schlussantrag schlägt der Generalanwalt dem EuGH vor, die Personenbahnsteige dem Mindestzugangspaket zuzuordnen.

Die Schienen-Control GmbH ist einerseits die Regulierungsbehörde für den Schienenverkehrsmarkt und andererseits ist die Agentur für Passagier und Fahrgastrechte (apf) als verkehrsträgerübergreifende Schlichtungsstelle bei der Schienen-Control GmbH angesiedelt. Als kontrollierende Regulierungsbehörde soll die Schienen-Control einen fairen Wettbewerb für eine bessere und erfolgreichere Bahn ermöglichen und unterstützen. Als Schlichtungsstelle verhilft die apf Passagieren und Fahrgästen von Bahn, Bus, Schiff und Flugzeug kostenlos und provisionsfrei zu ihrem Recht.