Brüssel/Wien. Die EU-Kommission hat am Mittwoch die Wachstumsaussichten 2020 für Österreich leicht zurückgenommen. In ihrer Sommerprognose erwartet sie für das kommende Jahr nur noch ein Plus von 1,5 Prozent, im Frühjahr sind noch 1,6 Prozent vorausgesagt worden. Für 2019 rechnet die Kommission indes weiterhin mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent.

Das für 2019 und 2020 mäßigere Wachstum ist laut der EU-Behörde auf eine allgemeine Abschwächung der globalen Konjunkturaussichten zurückzuführen, wobei das Wirtschaftswachstum in Österreich jedoch generell von der Inlandsnachfrage abhängig sei. Die EU-Kommission erwartet, dass der private Verbrauch der größte Wachstumsmotor bleibt, angekurbelt durch steigende Löhne, eine höhere Beschäftigungsrate und steuerlichen Begünstigung von Familien ("Familienbonus Plus").

Abschwächung des Exportwachstums

Laut Prognose werden aufgrund der Übernachfrage die Investitionen in den Wohnbau gleich bleiben oder nur langsam sinken, während wegen der hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheit ein Rückgang bei den Investitionen in Produktionsmittel vorhergesagt wird. Auch eine Abschwächung der Exportwachstums wird für die verbleibenden Monate des Jahres 2019 vorhergesehen, während gemäß der EU-Prognose die Importe in einem geringeren Ausmaß zurückgehen werden.

Die schwächeren globalen Wachstumsaussichten spiegeln sich laut EU-Kommission in den österreichischen Stimmungsindikatoren wider, die sich seit Anfang 2018 verschlechtert haben. Während die Stimmung in der Bau- und Dienstleistungsbranche nachgegeben habe, aber auf hohem Niveau bleibe, ist der größte Einbruch in punkto Industrievertrauen zu verzeichnen, teilte die EU-Behörde mit, die am Mittwoch auch die Wachstumserwartungen in der Eurozone für 2020 senkte.

1,4 Prozent wird die BIP-Steigerung in den Euroländern laut Sommerprognose demnach betragen, anstatt 1,5 Prozent in der Frühjahrsprognose. Für 2019 hält die EU-Kommission an ihrer Wachstumsvorhersage von 1,2 Prozent fest. (apa/kle)