Wien. Nach Marinomed und Frequentis ist mit der Addiko Bank heuer das dritte Unternehmen an die Wiener Börse gegangen. Heute, Freitag, hat das in Wien ansässige Finanzinstitut, das aus dem früheren Balkan-Geschäft der Kärntner Pleitebank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist, seinen ersten Handelstag. Der Börsenneuling startete mit einem Kurs von 17,70 Euro im Prime-Market-Segment. Damit lag dieser um 10,6 Prozent über dem Ausgabepreis von 16,00 Euro.

In der Folge verkleinerte sich das Plus der Addiko-Aktie aber mehr und mehr - aufgrund von Gewinnmitnahmen. Kurz nach 16.30 Uhr notierte der Titel mit 16,52 Euro nur noch um 3,3 Prozent über dem Ausgabepreis. Das war auch das bisherige Tagestief, das bisherige Tageshoch lag bei 17,74 Euro.

Die gesamte Marktkapitalisierung belief sich zu Handelsbeginn bei 345 Millionen Euro. Ursprünglich war für die Aktien eine Preisspanne von 19 bis 23 Euro festgelegt worden. Um den Börsengang zu retten, wurde letztlich ein Preis von 16 Euro fixiert. Insgesamt wurden 10,7 Millionen Aktien aus den Beständen der Alteigentümer bei Investoren platziert.

Bawag wagte im Herbst 2017 Sprung aufs Parkett

Erst knapp zwei Jahre zuvor ging die Bawag mit einem Emissionsvolumen von 1,9 Milliarden Euro an die Wiener Börse. Das war auch der bis dato größte Börsengang in Wien überhaupt. Zusammen mit der Erste Group und der Raiffeisen Bank International sind Bankaktien mit 43,8 Prozent das Schwergewicht unter den Sektoren im marktbreiten ATX-Prime-Index, der mit der Addiko als vierter Bank ab Montag 39 gelistete Unternehmen zählt.

Die Addiko verfügt über eine Bankkonzession in Österreich. Ihre sechs Tochterbanken sind aktiv in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro.

Nach dem Kollaps der Kärntner Hypo Alpe Adria und deren Verstaatlichung im Jahr 2009 hatte der österreichische Staat finanzkräftige Investoren für die ausgedehnten Balkan-Bankenaktivitäten gesucht. Mitte 2015 ging die ehemalige Hypo-Balkanbank schließlich an den US-Fonds Advent, unter minderheitlicher Hereinnahme der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Advent hielt 80 Prozent der Anteile, die EBRD 20 Prozent.

2017 verließ die in der Zwischenzeit von Altlasten erleichterte Balkan-Bank unter ihren neuen Aktionären die Verlustzone, notleidende Kredite verblieben in der weiter staatlichen österreichischen Bad Bank Heta. Nach dem Börsengang sind jetzt 55 Prozent der Addiko-Aktien im Streubesitz. (kle/apa)