Wien/Toulouse. Um den Eurofighter gibt es wieder Aufregung. So hat die  Rechercheplattform "Dossier" berichtet, dass der Rüstungskonzern Airbus Österreich Wucherpreise für Eurofighter-Ersatzteile verrechnen würde. So seien laut einem internen Revisionsbericht für einen Schnappverschluss 10.600 Euro in Rechnung gestellt worden.

Berichte über angeblich überhöhte Ersatzteil-Preise gab es schon 2017. Nun ist das Thema wieder am Tapet. Konkret geht es um einen speziellen Schnappverschluss namens Flush Latch: ein circa zehn Zentimeter langer, acht Zentimeter breiter Schnappverschluss zur Verriegelung etwa von Tankdeckeln am Rumpf des Eurofighter Typhoon. Italiens Luftwaffe soll laut dem Bericht für besagten Flush Latch im Jahr 2016 rund 6.000 Euro gezahlt haben, während Österreich im selben Jahr rund 10.600 Euro, also ein Plus von 76,7 Prozent, verrechnet wurden. Im Jahr 2018 forderte die Eurofighter GmbH sogar 13.500 Euro plus Umsatzsteuer, also rund 16.200 Euro.


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Dossier: Akte Eurofighter 
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 Ersatzteillieferungen

Die internen Revision des Bundesheeres hat sich dieses Problems angenommen, wie Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, in dem Bericht bestätigt. "Die Revision untersuchte den Bereich Ersatzteillieferungen beim Eurofighter. Es wurden überhöhte Preise festgestellt. Die Finanzprokurator wurde eingeschaltet, um den Sachverhalt zivil- und kartellrechtlich zu prüfen."

Im Raum steht laut "Dossier" der Verdacht der Wucherei und verbotene Preisabsprachen zum Nachteil der Republik Österreich. Dem Konzern drohen Klagen. Generalmajor Hans Hamberger von der Revision hatte bereits im parlamentarischen Eurofighter-Untersuchungsausschuss davon berichtet, dass Eurofighter der Republik "exorbitant hohe Preise" verrechnen würde und Sublieferanten quasi ausschaltet, in dem sich der Mutterkonzern Airbus diese "gesellschaftlich einverleibt". (apa)