Pasching/Traun. Bisher hat der Investor Ernst Kirchmayr 43 Prozent an der PlusCity in Pasching (Linz-Land) gehalten. Nach der Übernahme des 57-Prozent-Anteils der Gründerfamilie Pfeiffer gehört dem PlusCity-Chef das größte Einkaufszentrum in Oberösterreich nun ganz. Über den Kaufpreis hat man Stillschweigen vereinbart. "Die PlusCity ist mein Lebenswerk – und beim Lebenswerk versucht man irgendwann, die Mehrheit zu bekommen", erklärte Kirchmayr, den bei der PlusCity mit der Händlerfamilie Pfeiffer eine 30-jährige Geschäftspartnerschaft verbunden hat.

Das 1969 von Maria Pfeiffer als Selbstbedienungs-Warenhaus gegründete Shoppingcenter war vor drei Jahren unter Kirchmayrs Federführung kräftig erweitert worden. Rund 220 Geschäfte machen heute einen Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro jährlich, 3500 Menschen finden dort Arbeit. Die nunmehr verkauften Anteile waren zuletzt von Maria Pfeiffer über eine Stiftung und von ihrer Tochter Birgit gehalten worden.

Verkauf stand schon länger im Raum

"Herr Kirchmayr hat als Manager der PlusCity die Entwicklung des Marktes sowie die Wünsche und Vorstellungen der Kunden rechtzeitig erkannt und darauf aufbauend die PlusCity erfolgreich weiterentwickelt", streute ihm Maria Pfeiffer in einer Presseaussendung vom Freitag Rosen. "Hohe fachliche Kompetenz, Gespür für das Geschäft und Einigkeit der Gesellschafter haben den Geschäftserfolg geprägt."

Ihr sei es wichtig, "dass die PlusCity in bestens bewährte Hände kommt", so Maria Pfeiffer. Deshalb sei der – schon länger im Raum stehende – Verkauf an Kirchmayr "ein logischer Schluss" gewesen. Maria Pfeiffer (77) habe geordnete Verhältnisse schaffen wollen, da ihre Kinder alle in anderen Geschäften tätig seien, hieß es. Indes bleiben die Pfeiffer-Beteiligungen an der Lentia City und am Schillerpark-Komplex in Linz – ebenfalls Projekte Kirchmayrs – unverändert.

Konzept einer "Freizeitstadt"

Unter den Geschäften der PlusCity, die nach eigenen Angaben das drittgrößte Shoppingcenter in Österreich ist, befinden sich auch etliche Flagship-Stores, gut 50 Marken sind oberösterreichweit exklusiv vertreten. Auch viele Gastronomiebetriebe sind im Portfolio, zudem gibt es in der PlusCity ein Kinocenter mit 3000 Sitzen in 15 Sälen und einen Freizeitpark. Mit dem Konzept einer "Freizeitstadt" will Kirchmayr als jetziger Alleineigentümer dem Onlinehandel Paroli bieten.

Der Umbau der PlusCity 2016 kostete rund 140 Millionen Euro. Mit dieser Expansion stieg die Zahl der Shops von rund 150 auf 220, jene der Mitarbeiter von zirka 2500 auf 3500. Die Mall verfügt über eine Straßenbahnverbindung nach Linz und obendrein über 5100 Parkplätze, davon sind 3850 wettergeschützt. (apa/kle)