St. Johann/Tirol. Der Holzkonzern Egger mit Stammsitz in St. Johann in Tirol hat das Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Umsatzplus von 5,6 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Gewinnkennzahlen gingen hingegen durchwegs zurück. So sank der Gewinn nach Steuern von 164,5 Millionen auf 154,7 Millionen. Euro.

Beim Ergebnis vor Steuern gab es ebenfalls einen Einbruch von 169 Millionen auf 156,7 Millionen Euro. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) reduzierte sich von 208,7 Millionen auf 168,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in St. Johann mitteilte.

Eigenkapitalquote weiter
auf hohem Niveau

Die Eigenkapitalquote liege weiterhin auf hohem Niveau bei 36,8 Prozent, 2017/2018 waren es 40,8 Prozent, so Egger-Finanzchef Thomas Leissing. Er zeigte sich mit den Zahlen angesichts eines "skurrilen Marktumfeld" im abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Das Jahr sei auch von dem USA-China-Konflikt und der Rezession in Argentinien geprägt gewesen. "Von all diesen Ereignissen können wir uns nicht abkoppeln", betonte Leissing.

Besonders schwer fällt das, da Egger seit Oktober 2017 ein Werk in Argentinien hat, von dem man sich mehr erwartet hätte. "Wir sind mit der Entwicklung nicht wirklich zufrieden", bedauerte Leissing. "Wir müssen uns mit der politischen Situation und der Rezession vor Ort auseinandersetzen", so der Finanzchef.

Aus Unternehmenssicht Erfreuliches berichtete Leissing hingegen im Hinblick auf den "Free-Cashflow". Dieser habe sich um 5 Prozent auf 276,2 Millionen Euro erhöht. Ebenfalls gesteigert hat sich die Mitarbeiterzahl. Waren es im Vorjahr noch 8765 Mitarbeiter im Jahresschnitt, so standen im aktuellen Geschäftsjahr 9481 Mitarbeiter im Dienst des Holzkonzerns, hieß es.

Der Markt in Zentral- und Osteuropa machte einen Umsatzanteil von 29,5 Prozent aus. Außereuropäische Länder werden für Egger immer wichtiger. 2018/19 zeichneten sich diese mit 330 Millionen Euro für 11,6 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich - eine Steigerung zum Vorjahr um 10 Prozentpunkte. Thematisch vertraut man in Zukunft auf Fußböden & Co. Derzeit macht dieses Segment laut Egger-Vertriebschef Ulrich Bühler 11 Prozent aus. "Aber der diesbezügliche Markt in Osteuropa entwickelt sich extrem gut." 2018/2019 konnten alle Bereiche Umsatzzuwächse verzeichnen: Der Bereich dekorative Produkte für den Möbel- und Innenausbau macht mit 76,0 Prozent den größten Anteil aus.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war nicht nur von Umsatzwachstum und zum Teil schwierigen Märkten geprägt, es war auch ein Jahr der Investitionen. Mit fast 490 Millionen Euro investierte man mehr als im Jahr davor in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Ein großer Teil floss in das Werk im polnischen Biskupiec und in Lexington/USA. Das Werk in Polen ist seit 28. Juni 2019 in Betrieb, in Lexington will man Ende 2020 starten.