Wien. Das erste Quartal rot, das zweite schwarz. Was die AUA am Dienstag präsentierte, ist für eine Airline grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Die Menschen fliegen einfach in der wärmeren Jahreszeit öfter, das nun laufende dritte Quartal ist das lukrativste. Doch heute war das erste Quartal besonders rot und das zweite nicht ganz so schwarz. Die Folge: Austrian schloss das erste Halbjahr negativ mit einem Minus von 53 Millionen Euro ab.

Noch hat Finanzvorstand Wolfgang Jani die Hoffnung, dass am Ende des Jahres ein Gewinn steht. Oder mehr noch: die Erwartung. Doch auch im besten Fall wird der Gewinn geringer ausfallen als in den Jahren davor, als man mit Plus 93 Millionen Euro (2017) und 83 Millionen Euro (2018) das Jahr beschloss.

Das ist insofern von Bedeutung, da die Lufthansa, der Mutterkonzern, der AUA aufgetragen hat, jedes Jahr zumindest einen dreistelligen Gewinn einzufahren. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass weiter in die Flotte investiert werde. Erreicht hat die AUA dieses Gewinnziel bisher noch nie, war aber zuletzt zweimal knapp dran. Diesmal nicht.

Doch Jani glaubt nicht, dass deshalb aus Deutschland nun negative Signale kommen. "Man geht nicht davon aus, wenn einmal ein schlechtes Jahr dabei ist, dass man gleich die ganzen Investitionspläne verwirft", sagt Jani.

Drei Billigairlines kämpfen um Wien

Derzeit sind die Rahmenbedingungen für die Fluglinie nicht gerade einfach, das könnte sich jedoch mittelfristig ändern. Das Ende von Niki/Airberlin, den Platzhirschen in Schwechat bei Billigfluglinien, hat dazu geführt, dass sich nun drei Billigairlines angesiedelt haben: Lauda, eine Tochter der Ryanair, die aus den Resten von Niki hervorgegangen ist, dazu kommt die spanische Level, die der International Airlines Group (Iberia, British Airways, Aer Lingus, Vueling) angehört, sowie der ungarische Anbieter Wizz, den es zwar seit 2003 gibt, der aber seit einem Jahr eine Basis in Wien unterhält und vor allem Destinationen im Osten und Südosten Europas anfliegt.

Dass sich diese drei Fluglinien dauerhaft alle in Wien halten, glaubt man bei der AUA nicht. Doch es sind eben drei recht große und finanziell potente Airlines, die sich derzeit zumindest einen sehr intensiven Preiskampf liefern. Für den Flughafen Wien ist das natürlich erfreulich, der Zuwachs bei den Passagierzahlen bewegt sich seit Monaten im zweistelligen Prozentbereich. Für die AUA ist es eher bitter. "Das spüren wir im Ergebnis", sagt AUA-Sprecher Peter Thier.

Es ist auch einer der Gründe, weshalb das Ergebnis im ersten Halbjahr dürftig ausgefallen ist. Der Preiskampf der Billigairlines kostet die AUA nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag. "Wir gehen davon aus, dass irgendwann eine Marktbereinigung stattfinden wird, denn zu diesen tiefen Preisen kann keine Airline langfristig ökonomisch wirtschaften", erklärt Finanzchef Jani. Bei der Zahl der Fluggäste hat man um 6 Prozent zulegen können.