Es gibt aber noch einen zweiten Grund für das rote erste Halbjahr: der Kerosinpreis. Er ist um 17 Prozent gestiegen (oder 34 Millionen Euro), und auch die Technikkosten haben einen Sprung nach oben gemacht, und zwar gleich um 47 Prozent. Dies deshalb, da heuer bei mehr Flugzeugen als üblich große (vorgeschrieben) Wartungen fällig waren.

Warnung vor Kerosinsteuer nur in der EU

Dass der Preis von Kerosin volatil ist, damit haben die Fluglinien zu leben gelernt. Der Preis war vor Jahren auch bereits deutlich über dem heutigen. Eine andere Sache ist aber das Thema Besteuerung. Dieses ist im Zuge der globalen Klimadiskussion wieder aufgeflammt. Erst im Mai war eine Studie, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben worden war, an die Medien geleakt worden. Demnach könnte eine europäische Steuer auf Flugbenzin den Kohlendioxid-Ausstoß aus der Luftfahrt um elf Prozent drücken. Kerosin ist bis heute steuerfrei.

Jani warnt vor einem europäischen Alleingang. "Wenn, dann hat es weltweit zu geschehen", sagt er. Sonst würden US-Airlines wie United oder Fluggesellschaften aus den Golf-Staaten mit steuerfreiem Kerosin fliegen, womit es keinen fairen Wettbewerb mehr gäbe. Jani fordert vielmehr öffentliche Investitionen in alternative Kraftstoffe.

Vor allem die großen staatlichen Airlines von der Arabischen Halbinsel, etwa Qatar, Emirates oder Saudia, haben bereits jetzt nicht nur einen Heimvorteil beim Treibstoff. Sie sind auch nicht unter einem Gewinndruck wie etwa die AUA. Sie drücken gewissermaßen von oben, während die Billigfluglinien die Austrian von unten in die Mangel nehmen.

Auch die Mutter Lufthansa bekam dies zu spüren. Im Jahresvergleich brach der Gewinn im ersten Halbjahr um 60 Prozent ein, doch immerhin schrieb die Lufthansa schwarze Zahlen. Auch die Swiss, die ebenfalls Teil des Konzerns ist, lieferte kein besonders gutes Ergebnis, sie kann aber im Gegensatz zur AUA auf eine bessere Kostenstruktur verweisen, nachdem sie nach einer Insolvenz neu anfangen konnte - mit neuen Verträgen. Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson erklärte, in den Märkten Schweiz und Österreich zu bleiben. Sie seien für die Lufthansa immer noch attraktiv. Gut für die AUA.