Wien. Der Verbund hat im ersten Halbjahr 2018 dank gestiegener Großhandelspreise und damit höherer Absatzpreise einen Gewinnsprung hingelegt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 36,2 Prozent auf 685,9 Millionen Euro, wie das teilstaatliche Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Positiv auf die Geschäfte ausgewirkt habe sich zuletzt eine gestiegene Erzeugung aus Wasser- und Windkraft, während die Erzeugung aus thermischen Kraftwerken gesunken sei.

Wasserführung der Flüsse
über dem Durchschnitt

Die für die Auslastung der Kraftwerke wichtige Wasserführung der Flüsse sei in den ersten sechs Monaten um elf Prozent über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Der Verbund betreibt 128 Wasserkraftwerke, wobei die größten an der Donau in Österreich und Bayern liegen.

Im Zeitraum 2019 bis 2021 investiert der Verbund insgesamt zwei Milliarden Euro. Das Geld fließt auch in Revitalisierung und Erweiterungen der Wasserkraftwerke. So werden etwa in die Effizienzsteigerung des Innkraftwerks Jettenbach/Töging rund 250 Millionen Euro investiert. Der Baubescheid kam im Juli, es handle sich um das aktuell größte Wasserkraftprojekt Deutschlands, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Die Inbetriebnahme ist 2022 geplant. Weitere Revitalisierungen gibt es unter anderem auch bei den Donaukraftwerken Ottensheim-Wilhering und Ybbs-Persenbeug sowie in Kaprun. In Ökologisierungsmaßnahmen werden bis 2028 rund 280 Millionen Euro investiert.

Der Verbund sieht sich laut Anzengruber in seiner Strategie puncto CO2-Freiheit und grüne Energie bestätigt und will diesen Weg weitergehen. Für eine CO2-Reduktion sei eine Bepreisung nötig, daran führe kein Weg vorbei. Man sei aber kein Verfechter einer CO2-Steuer, sondern glaube, dass ein Mindestpreis nötig sei. Der Preis für CO2-Zertifikate ist zuletzt gestiegen und liegt nun bei rund 30 Euro je Tonne. Ab einem Preis von rund 60 Euro je Tonne sei ein Wechsel zu Investitionen in CO2-Vermeidung günstiger, so der Verbund-Chef.

Mit Ende der Heizsaison 2019/2020 wird das Kohlekraftwerk im steirischen Mellach plangemäß außer Betrieb gehen.