Seit Juli lenkt Herbert Eibensteiner die Geschicke des Stahlkochers. - © apa/fotokerschi.at/Werner Kerschbaum
Seit Juli lenkt Herbert Eibensteiner die Geschicke des Stahlkochers. - © apa/fotokerschi.at/Werner Kerschbaum

Wien/Linz. (apa) Der Stahlkonzern Voestalpine hat heuer im ersten Quartal einen massiven Gewinnrückgang verzeichnet. Auf dem Ergebnis lasten vor allem die deutlich gebremste Automobilkonjunktur, massive Anlaufschwierigkeiten im neuen US-Autowerk in Cartersville sowie höhere Rohstoffkosten. "Wir sind sehr stark von der Automobilindustrie abhängig", erklärte Neo-Konzernchef Herbert Eibensteiner in einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

Hinzu kämen höhere CO2-Zertifikate-Kosten - sie sollen gegenüber dem Vorjahr von 69 auf rund 100 Millionen Euro steigen. 2018/19 produzierte die Voestalpine 6,8 Millionen Tonnen Rohstahl - allerdings stand im Sommer 2018 ein Hochofen in Linz mehrere Monate wegen routinemäßiger Reparatur still. Heuer werde die Auslastung voraussichtlich um 5 Prozent unter der Maximalkapazität liegen.

Unter dem Strich sank der Gewinn des Linzer Unternehmens im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende März 2020) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 60 Prozent von 226,3 auf 90,4 Millionen Euro (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen).

Der Konzern hat beim Personal in der Steiermark im Juli bereits kräftig an der Personalschraube gedreht und 125 der 1300 Mitarbeiter der steirischen Voestalpine Tubulars in Kindberg gekündigt. Das Management will damit eine "Jahreseinsparung von 100 Millionen Euro" erreichen. "Ich gehe davon aus, dass die Hälfte davon noch heuer wirksam wird", sagte Eibensteiner. Daneben soll es aber eine Reihe von Sparmaßnahmen wie etwa eine Optimierung der Abläufe im Konzern geben. "Wir versuchen besser einzukaufen, unsere Lager zu optimieren und auch beim Leasingpersonal Einsparungen zu treffen", sagte Eibensteiner.

Beim Stammpersonal würden nun Überstunden reduziert, Urlaub abgebaut und nicht alle frei werdenden Stellen nachbesetzt. "Das wird aus unserer Sicht ausreichen, in Österreich keine zusätzlichen Kündigungen zu brauchen."

Diese Aussage bezieht sich allerdings nur auf das Stammpersonal. Die Voestalpine beschäftigt zudem aber rund 1500 Leiharbeiter in Österreich. "Das ist natürlich auch der Spielraum, den wir haben", räumte Eibensteiner ein. Im ersten Quartal arbeiteten weltweit 51.670 Mitarbeiter für die Voestalpine.