Wien. Effektiver Klimaschutz ist ein Gebot der Stunde, und anders als die Politik hat die Green Economy das heiße Thema längst angepackt. Wie üppig grüne Geschäftsideen auch hierzulande sprießen, belegt der Start-Up-Wettbewerb "greenstart". Ziel der Initiative des Klima- und Energiefonds ist es, Öko-Start-Ups und ihre klimaschonenden Geschäftsideen auf dem Weg zur Marktfähigkeit zu begleiten.

Dafür wurden heuer bereits zum vierten Mal zehn grüne Gründer bei der Entwicklung eines Businessplans unterstützt. Das Preisgeld von je 15.000 Euro ging an jene drei Jungunternehmer, die von einer Fachjury und durch Online-Voting als "die Besten der Besten" ausgewählt wurden. "Die Initiative greenstart entwickelt sich mehr und mehr zu einer der wichtigsten Kommunikations- und Vernetzungsdrehscheiben der Start-Up-Szene in Österreich", sagt Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. "Mittlerweile haben wir 40 Jungunternehmen begleitet, von denen sich der Großteil bis heute sehr erfolgreich am Markt etablieren konnte.".

Ein grüner Shootingstar heuer ist "öKlo". Egal ob auf Baustellen, Jahrmärkten, oder auf Musikfestivals - mobile Toiletten kommen an vielen Orten zum Einsatz - und dort nicht selten an ihre hygienischen Grenzen. Als Festivalbesucher kannten Niko Bogianzidis und sein Team das Problem mit verdreckten Sanitäranlagen nur gut. Also machten sich die Wolkersdorfer daran, eine ökologische Toilette zu entwickeln, auf der man sich auch wohlfühlen kann. Anstatt mit Wasser funktioniert das "öKlo" mit Sägespänen, wodurch Chemie vermieden, und Gerüche gebunden werden. Außerdem tragen die Sägespäne zur Umwandlung der Feststoffe bei.

Das "öKlo"-Team hat dafür ein Verfahren entwickelt, mit dem Ziel, auch das Endprodukt dieser Umwandlung künftig zu verwerten. Der Strom für die Innenbeleuchtung wird klimafreundlich mittels Photovoltaik erzeugt. Die ressourcenschonenden "öKlos" kann man kaufen oder mieten, auch eine rollstuhltaugliche Version ist im Angebot. Dass das "öKlo" weder einen Wasser- noch einen Kanalanschluss, und so auch keinen LKW zur Entleerung der Senkgrube braucht, sind weitere Pluspunkte. "Wir arbeiten an einem "öKlo" für Innenräume", so Bogianzidis. "Wir alle verwenden daheim derzeit ein Drittel unseres Trinkwassers für die WC-Spülung. Das muss nicht sein. In dünn besiedelten Regionen kommt noch dazu, dass "öKlos" den Gemeinden weitaus kostengünstiger kommen als Kanalbauten."