Nachhaltiger Plastikabfall

Aufgefallen ist auch das Start-Up "plasticpreneur". Plastik ist mittlerweile überall, leider auch dort, wo es nicht hingehört - zum Beispiel im Meer oder in Lebensmitteln. Als BWL-Studenten Sören Lex vor einigen Jahren Urlaub in Uganda machte, und dort das Problem mit dem Plastikabfall hautnah erlebte, kam ihm eine zündende Idee: Man könnte die Kunststoffabfälle doch nutzen, um damit vor Ort einfache Produkte herzustellen. "So bekommt der Abfall einen Wert und wird gesammelt statt weggeworfen. Arbeitsplätze entstehen und es können Dinge hergestellt werden, die im alltäglichen Leben in Afrika fehlen oder für die Menschen unerschwinglich sind", erklärt Lex das Prinzip seiner Geschäftsidee.

Mit "plasticpreneur" entwickelten Lex und sein Team einfache und kostengünstige Maschinen zur Verarbeitung von Plastikmüll. Das Konzept ist schlicht: Nachdem das Plastik gesammelt, sortenrein getrennt und gewaschen wurde, kommen ein Schredder und je nach Produkt - zum Beispiel Lineale, Schultaschen und Wäscheklammern - eine Spritzgussmaschine oder ein Extruder zum Einsatz. Dass die "plastikpreneur"-Maschinen auch in Europa Potenzial haben, zeigt die Nachfrage aus England, Italien und Frankreich, wo man bereits Plastikmüll aus dem Meer auf diese Weise wiederverwertet.

Klimaschonende Investments

Ein weiteres Projekt ist "Cleanvest". Während beim Lebensmitteleinkauf nachhaltige Produkte mittlerweile leicht zu identifizieren sind, ist das bei Finanz- und Versicherungsprodukten weit schwieriger. Um dies zu ändern hat Armand Colard bereits 2010, er war damals Mitarbeiter beim WWF, gemeinsam mit namhaften Organisationen ein Bewertungsmodell für Investmentprodukte entwickelt. Seit 2015 versorgt seine ESG Plus GmbH (ESG+) institutionelle Investoren aus dem Banken- und Versicherungssektor mit Nachhaltigkeitsdaten.

Im Frühjahr 2019 haben Colard und sein Team nun die Online-Plattform "Cleanvest by ESG+" gestartet. "Im ersten Schritt möchten wir Kleinanlegern einfach verständliche Bewertungen zu 2000 Fonds österreichischer Kapitalanlagegesellschaften kostenlos zugänglich machen", sagt Colard. Auf der Plattform kann nach Positivkriterien wie klimaschonenden oder sozial nachhaltigen Investments gesucht werden. Negativ bewertet werden Fonds, die in fossile Energie, Atomkraft oder in Waffenproduktion investieren, bei denen Kinderarbeit im Spiel ist oder bedrohte Tierarten gefährdet werden. Wer nachhaltig investieren möchte, sollte sich umfassend informieren, rät Colard: "Es gibt Fonds auf dem Markt, die in Hinblick auf nachhaltige Kriterien gut aufgestellt sind, es aber nicht kommunizieren, und es gibt Fonds, die als nachhaltig gelistet sind, aber in unseren Bewertungen eher mäßig abschneiden."