Graz/München. Im Ringen um den börsennotierten deutschen Lichtkonzern Osram ist einoffener Schlagabtausch zwischen dem steirischen Halbleiterherhersteller ams und den beiden US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle zu erwarten. Am Mittwochabend hat der Osram-Vorstand ams grünes Licht für den Bieterkampf gegeben. Daraufhin stieg die Osram-Aktie im Nebenwerteindex MDax bis Börsenschluss um 3,1 Prozent auf 36,25 Euro. Das war der höchste Schlusskurs seit einem knappen halben Jahr.

Die Steirer brauchen diese Zustimmung, um den Aktionären ihr vor Kurzem angekündigtes Angebot offiziell vorlegen zu können. ams will die Offerte von Bain Capital und Carlyle überbieten. Das Übernahmeoffert der US-Finanzinvestoren von 35,00 Euro je Aktie, das Osram mit vier Milliarden Euro bewertet, liegt bereits seit Ende Juli offiziell vor und läuft bis 5. September.

Nachdem Vorstand und Aufsichtsrat es den Aktionären zur Annahme empfohlen hatten, hob überraschend auch ams die Hand. Die Steirer haben ein 4,3 Milliarden Euro schweres Angebot von 38,50 Euro je Aktie angekündigt. Weil die ams AG einen Blick in die Geschäftsbücher von Osram werfen durfte, mussten sie sich verpflichten, ihr Angebot nur mit Zustimmung von Osram offiziell vorzulegen.

Osram hat zwar bereits erklärt, es sei das Ziel des Vorstands, ams das Gegengebot zu ermöglichen. Als Voraussetzung nannte das ehemalige Siemens-Tochterunternehmen aber, dass eine von ams vorzulegende Fusionsvereinbarung die Zustimmung des Aufsichtsrats findet. Diese Position gelte unverändert, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch.

IG Metall ist gegen ams

Bei Redaktionsschluss gingen die Beteiligten offenbar davon aus, dass der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Abend einer solchen Vereinbarung zumindest mehrheitlich zustimmt. Im Aufsichtsrat stellen die Arbeitnehmer die Hälfte der Mitglieder. IG Metall und Betriebsräte lehnen eine Übernahme durch ams ab, weil sie dadurch Jobs bedroht sehen.