Herbert Eibensteiner, seit Juli neuer Voest-Chef, wünscht sich eine Stromkosten-Refundierung wie in anderen EU-Ländern. - © apa/Fohringer
Herbert Eibensteiner, seit Juli neuer Voest-Chef, wünscht sich eine Stromkosten-Refundierung wie in anderen EU-Ländern. - © apa/Fohringer

Wien. (apa/kle) Der Stahltechnologiekonzern Voestalpine will einen Teil seiner CO2-Zertifikate-Kosten von 100 Millionen Euro, die er im Rahmen des Emissionshandelssystems (ETS) jährlich zahlen muss, ersetzt bekommen. In elf EU-Staaten gebe es einen solchen Stromkostenausgleich bereits, in Polen und Tschechien ab 2021, gab Herbert Eibensteiner, der Wolfgang Eder Anfang Juli als Konzernchef nachfolgte, am Dienstag zu bedenken. Ohne Kompensation sei man doppelt belastet, weil der Strom, den man zukaufe, ebenfalls bereits wegen ETS-Verpflichtungen der Elektrizitätswirtschaft mit einer CO2-Kostenkomponente belastet sei.

Die ETS-Erlöse, so Eibensteiner, seien derzeit nicht zweckgewidmet. Eine Rückführung wäre eigentlich nötig, diese Möglichkeit sehe auch die EU vor. Als Volumen stellt sich der Voestalpine-Chef pro Jahr 20 bis 40 Millionen Euro als Refundierung vor, vergleiche man mit dem, was andere bekommen würden. In Deutschland etwa gebe es eine Kompensation im Ausmaß von 18 Prozent der zugekauften Zertifikate.

Bekenntnis zu Klimazielen

Das refundierte Geld könnte man für die geplante weitere Dekarbonisierung des Konzerns nutzen, sagte Eibensteiner. Man bekenne sich zu den CO2-Senkungszielen um 80 Prozent bis 2050 und davor um 43 Prozent bis 2030. Die extern festgelegten ETS-Ziele werde man erfüllen, auch wenn sie ambitioniert seien. Mit der künftigen Bundesregierung werde man auch die Umweltthemen zu diskutieren suchen.

Eibensteiner betonte, dass die Stahlproduktion ein sehr CO2-intensiver Prozess, doch wolle man "nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein". Im Moment seien die technologischen Potenziale zur CO2-Einsparung in der Stahlherstellung aber fast ausgeschöpft, mit den aktuellen Prozessen sei nichts mehr möglich.

Die bahnbrechende Technologie für eine CO2-arme Stahlerzeugung fehle noch, sagte Eibensteiner. In diesem Zusammenhang arbeitet die Voestalpine schon länger am Wasserstoff-Thema. Wirklich relevant werde Wasserstoff für die Voestalpine wohl erst nach 2035 sein können, bis dahin werde man mit Zwischenlösungen das Auslangen finden müssen, so der Konzernchef der Voestalpine, die als größte CO2-Einzelemittentin in Österreich gilt.