Wien. Ab Mitte September wird Online-Banking für Konsumenten sicherer, aber auch komplizierter. Grund ist eine Richtlinie der EU, die Betrügereien im Internet verhindern soll. Statt bisher nur Verfügernummer und PIN-Code benötigt man beim Online-Banking nun auch einen pushTAN-Code. Diesen bekommt man - je nach Bank - entweder über eine App oder teilweise noch via SMS.

Beim Online-Login werden Kunden seit einigen Monaten über die geplanten Änderungen informiert. Bei der Bank Austria etwa gilt die Zwei-Faktor-Authentifizierung ab 9. September.

Die Zwei-Faktoren-Authentifizierung bedeutet, dass die Banken für die Nutzung der Onlinebankingdienste zukünftig zwei Faktoren zur Kundenauthentifizierung verwendet müssen. Der bisherige Login reicht dann nicht mehr aus. Auch der TAN-Code zur Bestätigung von Transaktionen allein ist dann in vielen Fällen nicht mehr vorhanden. Banken können aus zwei von drei Möglichkeiten, wählen, wie sie die Kundenauthentifizierung bewerkstelligen, nämlich Wissen (etwa ein PIN-Code), Besitz (etwa ein TAN-Code oder ein Smartphone) und Inhärenz (etwa biometrische Daten wie ein FIngerprint).

Raiffeisen und Erste Bank zwingen Kunden zur App

Für Ärger bei Konsumenten sorgt die Abschaffung der TAN-Codes per SMS bei einigen Banken, etwa Raiffeisen und Erste Bank. Dort ist man quasi gezwungen, sich eine App auf das Smartphone zu installieren, über die man künftig diese pushTAN-Codes bekommt.

Kompliziert wird es für Kundinnen und Kunden von Banken, die keine SMS-TANs mehr anbieten und die auch kein Smartphone besitzen. Diese brauchen einen TAN-Generator, also ein Gerät, auf dem man TAN-Codes zugeschickt bekommt. "Die Banken stellen dieses Gerät zwar zur Verfügung, aber nicht kostenlos", kritisierte Bernd Lausecker, Finanzexperte beim VKI, im APA-Gespräch. Grundsätzlich werden die verschärften Sicherheitsmaßnahmen beim Verein für Konsumenteninformation zwar begrüßt, bei der Umsetzung hapere es aber. Auch weitere Alternativen für Kunden, die kein Smartphone haben, werden vermisst.

"Viele Banken verlegen alles auf das Smartphone. Wir empfehlen eine Trennung der Geräte", sagte Lausecker. Sprich, dass die Freigabe des TAN-Codes via App am Handy erfolgt, die eigentliche Überweisung aber am Computer durchgeführt wird und nicht auch am Smartphone.

Beim Bezahlen im Supermarkt oder im Geschäft ändert sich übrigens nichts. Auch kontaktloses Zahlen wird weiterhin möglich sein.(apa)