Wien. Die SPÖ schlug am Montag ein Gesetz vor, das Unternehmen verbietet, Männer und Frauen für die gleiche Arbeit ungleich zu bezahlen. Vorbild dafür sei Island, das den seit 2009 den vom Weltwirtschaftsforum jährlich veröffentlichten "Global Gender Gap Index" anführt.

"Frauen sollen endlich gleich viel verdienen wie Männer. Wir müssen jetzt handeln", erklärte SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. Beim derzeitigen Tempo sei die momentane Lohnschere erst im Jahr 2050 geschlossen. Man könne nicht hinnehmen, dass Frauen 20 Prozent weniger verdienen als Männer, so Heinisch-Hosek. Sie fordert die Wirtschaftskammer auf, ihr Nein zu überdenken, da Lohngerechtigkeit für Frauen eine der wichtigsten Fragen der Zukunft sei.

Laut Forderungspapier möchte sich die SPÖ an das Lohn- und Sozialdumpinggesetz anlehnen und Unternehmen ab 20 Mitarbeitern dazu verpflichten einen Einkommensbericht abzugeben. Bei ungerechtfertigtem niedrigerem Lohn für Frauen sollen Strafzahlungen verhängt werden können. Als Übergangsfrist nennt die SPÖ eine Dauer bis 2023.

 

Wenig Bewegung bei Vorstandspositionen

Während der Anteil an Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Österreich seit der 2018 eingeführten Quote deutlich gestiegen ist, bewegt sich in den Vorständen nach wie vor eher wenig. Bis Ende Juli 2019 ist die Quote verglichen mit dem Jahresanfang von 13 auf 15 gestiegen, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY am Montag hervor. Dem stehen 190 männliche Vorstandsmitglieder gegenüber. Herangezogen hat EY für die Analyse die 62 im WBI (Wiener Börse Index) notierten Unternehmen Österreichs.

Der Frauenanteil in den Vorständen liegt damit bei 7,3 Prozent, nach 6,3 Prozent zum Jahresstart. Auch im mehrjährigen Vergleich blieb die Bewegung begrenzt: Waren mit Ende Juli 2015 zehn von 195 Vorständen weiblich (Anteil: 5,1 Prozent), waren es vier Jahre später 15 von insgesamt 205 Vorständen.

"Der leicht positive Trend ist ein Lichtblick auf dem Weg zu ausgewogenen Führungsgremien, täuscht aber nicht über das immer noch eindeutige Missverhältnis hinweg. Die Vorstände in den börsennotierten Unternehmen in Österreich sind immer noch zum Großteil reine Männerclubs", sagte Helen Pelzmann, Partnerin EY Law und Verantwortliche für die Initiative "Women. Fast Forward" bei EY Österreich. Von den 62 im WBI gelisteten Unternehmen ist nach wie vor in 50 keine einzige Frau im Vorstand vertreten.

Bessere Quote in Aufsichtsräten

Deutlich besser sieht es in den Aufsichtsräten der heimischen Börsenunternehmen aus. Dort stützt die Anfang 2018 eingeführte Genderquote von 30 Prozent. Seit Einführung der Quote ist der Frauenanteil laut EY von 18,7 auf 25,9 Prozent gestiegen. "Unabhängig davon, wie man zu Quotenregelungen steht: Der kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils seit der Einführung im Jänner 2018 zeigt, dass die Quote Wirkung hat," so Pelzmann.

Von insgesamt 579 Aufsichtsratsmitgliedern waren 150 Frauen, wobei in 38 von allen 62 analysierten Unternehmen mindestens zwei Aufsichtsräte Frauen waren, schreibt EY. Am höchsten ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Unternehmen aus der Energiebranche (33 Prozent), gefolgt von der Finanz- sowie der Transport- und Logistikbranche mit jeweils 30 Prozent.