Sie heißen Crowd Guru, Nebenjobnetz, Appjobber oder Jovoto. Sie bieten flexibles Arbeiten über das Internet auf selbstständiger Basis an. Das können kleinere Aufgaben sein, die kurzfristig und in wenigen Minuten erledigt werden können, wie etwa Produktbeschreibungen für Online-Shops, das Übersetzen oder Korrekturlesen kurzer Texte. Großes Geld kann man mit diesen Mikrojobs, bei denen keine besonderen fachlichen Vorkenntnisse gefragt sind, nicht machen. Auf Crowdsourcingplattformen werden aber auch größere Aufträge ausgeschrieben, die eine höhere Qualifikation erfordern, zum Beispiel Softwarenentwicklung.

Über digitale Plattformen vermittelte Kurzzeitjobs werden den sogenannten "alternativen Arbeitsformen" zugerechnet. Darunter fallen auch die Klassiker Leiharbeit und Werkvertrag, also Beschäftigungsverhältnisse abseits von Fixanstellungen.

Unternehmensberatung Deloitte Österreich hat für eine Studie rund 200 Unternehmensvertreter zum Einsatz alternativer Arbeitsformen befragt. Das Ergebnis: Nur 47 Prozent haben bereits damit gearbeitet, der Großteil von ihnen in Form von Kooperationen, dem Einsatz von Leiharbeitskräften oder Werkvertragsnehmern. Crowdsourcing und Gig Work sind noch weitgehend unbekannt. "Das ist in einem Land mit traditioneller Unternehmenskultur wie Österreich wenig überraschend", sagt Elisa Aichinger, Director bei Deloitte Österreich. "Bemerkenswert ist jedoch, dass 83 Prozent der Befragten damit rechnen, dass die Relevanz alternativer Arbeitsformen in Zukunft weiter steigen wird."

Antwort auf viele Trends
in der Arbeitswelt

Das sei die Antwort auf viele Trends in der Arbeitswelt. So werde es Unternehmen durch die Digitalisierung möglich, auf kollektive Kompetenzen zuzugreifen, die sie im Betrieb nicht haben. Das Arbeiten von Auftrag zu Auftrag über Plattformen komme einer Generation entgegen, die weniger von Geld motiviert sei als von einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. "Die Millennials, vor allem die gut qualifizierten, suchen nicht so sehr das klassische Angestelltenverhältnis, sondern wollen sich einen hohen Grad an Autonomie und Flexibilität bewahren", so Aichinger.

Etwas differenzierter sieht es Annika Schönauer von der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt Forba. "Es ist für beide Seiten immer eine Frage der Machtbeziehungen und der Abhängigkeit", betont sie. "Es macht einen großen Unterschied, ob ich ein begehrter Experte in einem Fachgebiet bin, der von einem Unternehmen wegen meiner einzigartigen Expertise hinzugezogen wird, oder eine austauschbare Flexibilitätsressource", sagt sie.