Wien. Die Abschwächung der globalen Wirtschaft, Handelskonflikte sowie Brexit-Unsicherheiten verpassen auch der heimischen Industriekonjunktur einen ordentlichen Dämpfer. Der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex, ein Konjunkturindikator, ist im September auf 45,1 Punkte und damit auf den tiefsten Wert seit sieben Jahren gefallen. Werte unter 50 Punkte zeigen kein Wachstum an. Die Folge ist ein Jobabbau.

Stärkster Personalabbau seit der Finanzkrise im Herbst 2009

Bereits den dritten Monat in Folge sei es zu einer Anpassung des Personalstandes an die geringeren Produktionserfordernisse bekommen, räumte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl am Donnerstag in einer Aussendung ein. Der Beschäftigtenindex ist auf 45,1 Punkte gesunken, das signalisiert den stärksten Personalabbau seit der Finanzkrise im Herbst 2009.

Im Jahresdurchschnitt 2019 erwarten die Ökonomen dennoch mit 3,7 Prozent eine Arbeitslosenquote unter dem Vorjahr von 3,9 Prozent. Doch im nächsten Jahr kommt die Trendwende. "2020 wird die Arbeitslosigkeit in der österreichischen Industrie voraussichtlich jedoch klar zunehmen und damit wesentlich zum Anstieg der Arbeitslosenquote in der Gesamtwirtschaft von 7,4 Prozent 2019 auf 7,5 Prozent im Folgejahr beitragen", so Pudschedl.

Im September 2019 ist das Neugeschäft bei den Betrieben stark zurückgegangen. Der Produktionsindex sank auf 46,4 Punkte. Zuletzt wurde vor sieben Jahren die Produktion in einem so starken Ausmaß zurückgefahren. Die Ertragslage hat sich aber durch stärker sinkende Einkaufs- als Verkaufspreise leicht verbessert.

Insgesamt ist aber keine Besserung in Sicht. Die Industriekonjunktur dürfte sich auch in den kommenden Monaten weiter eintrüben, wird erwartet. "Die Verkaufslager sind stark genug befüllt, um das geringere Neugeschäft bewältigen zu können. Für die kommenden Monate rechnen wir daher damit, dass die Produktionsleistung und die Beschäftigung weiter zurückgenommen werden", sagte Chefökonom Stefan Bruckbauer. (apa)