Seit dem 11. Juni ist die EU-Drohnenverordnung in Kraft, wobei die Regeln erst im Sommer 2020 bindend werden. Der Absatz von gewerblichen Drohnen (Eigengewicht: mindestens zwei Kilo) ist indes in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, berichtete der "Branchenradar" am Donnerstag per Aussendung. Im D-A-CH-Raum werden 2019 laut den Angaben voraussichtlich rund 64.500 Stück abgesetzt, in Österreich werden es 1190 Drohnen sein.

2017 wurden noch 1050 Drohnen erworben, 2018 dann 1120 Stück. Die Nachfrage ist hierzulande aber geringer als in Deutschland, wo mit über 61.000 Stück rund fünfzig Mal so viele Drohnen verkauft werden - und auch in der Schweiz werden mit voraussichtlich rund 1800 Stück um die Hälfte mehr Drohnen abgesetzt als am österreichischen Markt. Laut "Branchenradar" zeitigt die EU-Verordnung bereits ihre Wirkung, indem Käufer signifikant auf Gewichtsklassen mit geringerem Startgewicht zwischen zwei und vier Kilogramm ausweichen. Der Grund: Durch die Verordnung werden Drohnen mit einem Startgewicht von über vier Kilogramm in die schwerste Klasse C3 mit den strengsten Vorschriften einordnet.

Drohnen mit Kamera müssen registriert werden

Für die Umsetzung der Verordnung ist in Österreich das Verkehrsministerium zuständig, das gemeinsam mit Vertretern der Forschung und der Industrie die Rahmenbedingungen kreiert. Fest steht: Ist eine Kamera in die Drohne integriert, ist eine Registrierung unabhängig vom Gewicht bei der Austro Control nötig. Das Mindestalter für den Betrieb beträgt künftig 16 Jahre. Ist ein Erwachsener dabei, darf bereits mit zwölf Jahren gesteuert werden.

Seit 11. Juni gelten hingegen bereits die Vorgaben für Drohnen aus der Kategorie "spezifisch". Sie sind vor allem für den wirtschaftlichen Bereich relevant und benötigen ebenfalls eine Bewilligung. Menschen und Gefahrengüter dürfen nicht transportiert werden. Drohnen, die das bewerkstelligen, fallen in die Kategorie "zertifiziert". Regulierungen für diese Kategorie sollen bis Ende des Jahres noch folgen.